Motorradunfälle in Salzburg auf 80er-Jahre-Niveau

Während die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten in nahezu allen Kategorien zurückgeht, steigt sie bei Motorradfahrern weiter an. In Salzburg hat die Unfallstatistik wieder das Niveau der 1980er Jahre erreicht, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Die aktuelle Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt einen besorgniserregenden Trend: Bei Motorradlenkern nehmen Unfälle zu, während sie in fast allen anderen Verkehrskategorien sinken. In Salzburg entspricht die Unfallzahl mittlerweile wieder jener der 1980er Jahre.
Einerseits sind heute deutlich mehr Motorräder zugelassen als damals. Andererseits hätten verbesserte Sicherheitstechnik und strengere Verkehrsbeschränkungen eigentlich zu einem Rückgang führen müssen.
Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit als Hauptursachen
Unfallforscher Gerhard Kronreif nennt als häufigste Unfallursachen überhöhte Geschwindigkeiten und Aufmerksamkeitsfehler. „Und zwar nicht von den Motorradfahrern, sondern von den unfallverursachenden Verkehrsteilnehmern, weil Motorradfahrer als Zweiradfahrer sehr leicht übersehen werden“, erklärte er.
Die bisherigen verkehrspolitischen Maßnahmen hätten wenig Erfolg gezeigt. Geschwindigkeitsbeschränkungen hätten laut Kronreif nur eine sehr bedingte Wirkung, zumal sich viele nicht daran hielten. Auch die Erhöhung des Strafrahmens habe keine Wirkung gezeigt.
Bewusstseinskampagnen als wirksamste Maßnahme
„Die größte Wirkung haben wir in den letzten Jahrzehnten gesehen – in Deutschland und im restlichen mitteleuropäischen Bereich – durch Bewusstseinskampagnen“, betonte der Experte. Diese hätten nicht nur einen Sicherheitseffekt, sondern auch einen finanziellen: Ein Verkehrstoter schlage statistisch mit knapp fünf Millionen Euro zu Buche.
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