Mozartkugel-Streit: Holzermayr klagt gegen Fürst-Werbung

Pia Prodinger
Mozart-Abbildung auf Pralinenpackung mit Waage, Münzen und Urkunden im Rechtsstreit Salzburg
© Mit KI (Gemini) generiert

Zwei Salzburger Traditionsbetriebe streiten vor Gericht um die Erfindung der Mozartkugel. Die Confiserie Holzermayr will der Konditorei Fürst die Werbung mit einer Auszeichnung von 1905 verbieten lassen, so der ORF.

Am Alten Markt in der Salzburger Altstadt liegen die Confiserie Holzermayr und die Konditorei Fürst nur wenige Meter auseinander. Seit Jahrzehnten führen die beiden Unternehmen einen Rechtsstreit um die Entstehungsgeschichte der Mozartkugel. Aktuell ist ausschließlich Fürst berechtigt, mit dem Zusatz „original“ zu werben. Seit dem Vorjahr wehrt sich Holzermayr dagegen juristisch.

Wer ist der wahre Erfinder?

Nach Ansicht von Holzermayr hat nicht Fürst die Mozartkugel erfunden, sondern Rudolf Baumann, ein früherer Konditor am heutigen Holzermayr-Standort. Clemens Thiele, der Rechtsvertreter von Holzermayr, erklärte: „Original ist sicher jeder Salzburger Mozartkugel-Erzeuger.“ Er betonte, dass alle Salzburger auf die lokale Herkunft stolz sein könnten, statt dass eine Firma aus Deutschland oder Wien das Produkt für sich beanspruche.

Dieter Heine, Anwalt der Konditorei Fürst, hielt dagegen: „Paul Fürst ist der Erfinder der Mozartkugel, Paul Fürst wurde schon 1905 dafür ausgezeichnet.“ Solche Behauptungen würden das Renommee seines Mandanten beschädigen und träfen auch emotional. Heine warf Holzermayr vor, ein zugekauftes Industrieprodukt zu verkaufen, das kaum Anspruch auf Bezeichnungen wie „original“ oder „echt“ habe.

Auszeichnung von 1905 im Zentrum des Verfahrens

Im aktuellen Verfahren am Donnerstag steht nicht die Bezeichnung der Süßigkeit selbst zur Debatte, sondern ein Orden. Fürst beruft sich darauf, dass die Auszeichnung bei der Pariser Ausstellung 1905 an Paul Fürst für seine Salzburger Mozartkugel vergeben wurde. Holzermayr zweifelt jedoch an, dass der Orden tatsächlich für Fürsts Mozartkugel verliehen wurde, und will die Werbung damit unterbinden.

Beide Hersteller verwenden heute Marzipan, Pistazien, Nougat und Schokolade für ihre Produkte. Hätte der ursprüngliche Erfinder sein Rezept damals patentieren lassen, wären die zahlreichen Gerichtsverfahren vermutlich vermeidbar gewesen. Allerdings wäre die Mozartkugel ohne die große Herstellervielfalt wohl kaum zu einem derartigen Verkaufserfolg geworden.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3361823/

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