Mozarts Originalgeigen erklingen im Vatikan

Zwei Violinen aus dem persönlichen Besitz Wolfgang Amadé Mozarts sind im September auf Italien-Tournee. Das Ensemble Bella Musica der Universität Mozarteum Salzburg spielt die historischen Instrumente unter anderem bei einer Konzertaufzeichnung für Radio Vatikan in den Vatikanischen Gärten.
Das Pre-College-Ensemble Bella Musica der Universität Mozarteum Salzburg reist im September 2026 mit zwei außergewöhnlichen Begleitern nach Italien: der Kindheitsgeige und der Konzertgeige Wolfgang Amadé Mozarts. Die Instrumente aus dem Bestand der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg werden bei vier Terminen in Rom präsentiert und gespielt.
Unter der Leitung von Stefan David Hummel tritt das Ensemble am 2. September in den Vatikanischen Gärten auf. Die Konzertaufzeichnung für Radio Vatikan wird über die European Broadcasting Union (EBU) internationalen Rundfunkanstalten zur Übernahme angeboten. Zudem ist das Ensemble zu einer Generalaudienz bei Papst Leo XIV. eingeladen.
Instrumente aus Mozarts Besitz
Bei der Konzertvioline handelt es sich um ein Instrument von Pietro Antonio Dalla Costa aus Treviso aus dem Jahr 1764. Die Kindergeige stammt vom österreichischen Geigenbauer Andreas Ferdinand Mayr und entstand um 1746. Beide Violinen gehörten Mozart persönlich und ermöglichen eine unmittelbare Begegnung mit seiner musikalischen Welt.
„In diesem Jahr feiern wir den 270. Geburtstag von Mozart: eine besondere Gelegenheit, sein einzigartiges, stets aktuelles, ja sogar zutiefst modernes Vermächtnis weit über seine Geburtsstadt Salzburg hinaus sichtbar und wirksam zu machen“, erklärt Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum. Die erstmalige Präsentation der beiden Originalinstrumente in Rom ermögliche es, Mozarts Werk und Geist auf einzigartige Weise zu erleben.
Rückkehr nach mehr als 250 Jahren
Der Auftritt in den Vatikanischen Gärten markiert einen besonderen Moment: Mehr als 250 Jahre nach Mozarts erster Italienreise kehrt seine Musik an einen Ort zurück, den er als Vierzehnjähriger selbst besuchte.
Das diesjährige Tourneemotto „L'Amenità del loco?“ – die Annehmlichkeit oder Schönheit eines Ortes – richtet den Blick auf die Bedeutung von Orten für Mozarts Leben und Schaffen. „Mozarts Gärten“ sind dabei nicht nur als reale Gärten zu verstehen, sondern als Sinnbild für Räume, in denen Begegnung, Natur, Kunst und schöpferische Inspiration zusammenkommen.
Junges Ensemble auf Mozarts Spuren
Das 2017 gegründete Kammerensemble Bella Musica vereint junge Musiktalente im Alter von 10 bis 22 Jahren. Im jährlichen Orchestercamp erarbeiten die Musikerinnen und Musiker Werke von Mozart und anderen Komponisten und bringen sie anschließend auf Konzertreisen entlang der Europäischen Mozartwege zur Aufführung. Heuer wurde das Projekt in den Atlas der Guten Lehre des österreichischen Bundesministeriums aufgenommen.
„Als Musikvermittlerin berührt es mich besonders, wie hier durch das gemeinsame Musizieren Räume des Zuhörens, des Verstehens und der Verantwortung entstehen“, sagt Constanze Wimmer, Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg. In dieser Gemeinschaft werde erfahrbar, wie Musik Menschen verbinde und ein offenes, friedliches und menschliches Miteinander möglich mache.
Tournee durch Italien
Die Italien-Tournee führt das Ensemble zwischen 30. August und 10. September 2026 durch mehrere Städte. Stationen sind unter anderem Siena, Lucca, Arezzo, Florenz, Cremona, Mailand und Padua. In Rom finden insgesamt vier Auftritte statt, darunter in der Chiesa di Santa Maria dell'Anima, im Forum Austriaco di Cultura und im Conservatorio Santa Cecilia.
Zu den Kooperationspartnern zählen das Conservatorio di Santa Cecilia a Roma, das Conservatorio "Luigi Boccherini" und das Teatro del Giglio Giacomo Puccini.
Quelle: OTS
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