Mühlberger-Sieg soll Österreich-Rundfahrt Auftrieb geben

Der Triumph von Gregor Mühlberger bei der 75. Tour of Austria soll dem Rennen neuen Schwung verleihen. Tour-Direktor Thomas Pupp will die Euphorie des ersten Heimsieges seit 2013 für die Weiterentwicklung der Rundfahrt nutzen.
Der Niederösterreicher gewann im Nationalteamdress zwei Etappen und sicherte sich die Gesamtwertung bis zum Finale in Wien. Thomas Pupp, Direktor der Rundfahrt, betonte nach dem Abschluss, dass man die Begeisterung rund um den ersten österreichischen Gesamtsieg seit 2013 für eine Weiterentwicklung des Events nutzen wolle.
„Es ist schon notwendig, dass man aus diesen Emotionen und der sehr energiegeladenen Situation etwas macht“, erklärte Pupp im Gespräch mit der APA. Die Veranstalter hätten in dieser Woche sehr viel Zuspruch erfahren. Auch positiv gesinnte, aber kritische Beobachter hätten bestätigt, dass das Niveau heuer noch eine Stufe höher gewesen sei als im Vorjahr. Man hoffe, dass das Ziel, die Rundfahrt wieder zu altem Glanz zurückzuführen, nun mehr oder minder aufgegangen sei.
Der Tiroler hob hervor, dass man nicht zuletzt durch die TV-Bilder wieder gute Tourismus-Werbung betrieben habe. Er gehe davon aus, dass auch die Sponsoren sehr zufrieden seien.
Mühlbergers Teilnahme als Glücksfall
Pupp räumte ein, dass sich die Teilnahme von Mühlberger nach dessen Nichtberücksichtigung für die Tour de France als großer Glücksfall erwiesen habe. „Das mit Gregor Mühlberger war ein Jackpot für uns“, sagte er. Gott sei Dank habe es mit ihm im Nationalteam so gut funktioniert und man habe nach so vielen Jahren wieder einen österreichischen Rundfahrtsieger. Dass dieser in Wien von so vielen Fans zelebriert wurde, sei ein schöner Bonuseffekt.
Ein jährliches Tour-Finale in der Hauptstadt ist aufgrund des enormen Aufwandes dennoch nicht wahrscheinlich. „Das kann ich mir nicht vorstellen, aber man hat gesehen, wie gut es hier funktioniert, es ist das würdigste Finale für die Rundfahrt“, so Pupp. Es wäre schön, im Zweijahresrhythmus in Wien aufzuschlagen. In Zukunft soll es wieder ein Finale mit einer ganzen Ringstraßenrunde geben. Er sehe in Wien aber auch noch andere Möglichkeiten abseits des Rings.
Vuelta mit Gall im Fokus
Für Mühlberger könnte die Rundfahrt auch in den kommenden Jahren ein Thema sein, weil sein mutmaßlicher neuer Rennstall Lidl-Trek und die Tour mit dem deutschen Lebensmittelkonzern den gleichen Sponsor haben. Dazu wollte sich Mühlberger vor dem Öffnen des Transferfensters am 1. August nicht äußern.
Seine nähere Zukunft besteht nach einer ausgiebigen Feier mit der Familie und den Nationalteamkollegen aus einer einwöchigen Pause und dem anschließenden Wiedereinstieg ins Training für die Vuelta a Espana. „Ich will nach einer kurzen Pause wieder gut in Form kommen und dann voller Fokus auf die Vuelta mit Felix Gall“, sagte Mühlberger, der auch während der Österreich-Tour in ständigem Kontakt mit seinem Decathlon-Rennstall stand.
Sein Triumph bei der Rundfahrt sei für ihn wegen der Tour-Nichtnominierung eine große Genugtuung. „Ich bin sehr stolz, die Trophäe wird einen Ehrenplatz bekommen“, erklärte der Radprofi.
Bei der Österreich-Tour wurde er im rot-weiß-roten Team unter anderem von den jungen Hoffnungsträgern Valentin Hofer und Sebastian Putz unterstützt. „Es hat mit den Jungs super funktioniert, sie haben einen gewaltigen Job gemacht“, lobte Mühlberger seine Helfer. Der langjährige World-Tour-Profi glaubt, dass die gemeinsame Erfahrung den Nachwuchs weiterbringen wird. Sie seien die Radsportzukunft, wenn es bei ihm in hoffentlich erst zehn Jahren vorbei sei.
Quelle: APA
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