Mühlstein-Rallye startet trotz Waldbrandgefahr

Mona HopfingerMona Hopfinger
Rennauto auf staubiger Straße mit Holzfässern und Waldbrandgefahr-Schild
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Mühlviertel beginnt am Freitag die Mühlstein-Rallye mit dutzenden Rennfahrzeugen und tausenden Besuchern. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit wächst die Sorge vor Bränden entlang der Strecke, so der ORF.

Die Mühlstein-Rallye im Mühlviertel steht unmittelbar bevor. Ab Freitag werden dutzende Rennwagen und tausende Motorsportfans erwartet. Gleichzeitig herrscht große Besorgnis, dass heiße Fahrzeugteile oder Funkenflug die ausgetrockneten Wiesen und Waldstücke entlang der Wertungsprüfungen in Brand setzen könnten.

Wasserfässer als Notfallmaßnahme

Die Veranstalter haben auf die Gefährdungslage reagiert und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. In Kooperation mit örtlichen Landwirten werden Wasserfässer entlang der Strecke positioniert, die im Ernstfall zur Brandbekämpfung dienen sollen. Die Fässer werden mit Wasser aus der Aist gefüllt.

Erst kürzlich kam es in Tragwein (Bezirk Freistadt) entlang der Rallyestrecke zu einem Brand. Rund 250 Einsatzkräfte mussten ausrücken, Löschwasser wurde teilweise aus Swimmingpools entnommen.

Daniel Schützenhofer, Kommandant der Feuerwehr Tragwein, erklärte im ORF-Interview, dass Brände grundsätzlich jederzeit entstehen könnten – etwa durch landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Autos mit heißen Bremsen. Bei einer Rallye sei das Risiko aufgrund der höheren Geschwindigkeiten allerdings größer.

Biobäuerin kritisiert Veranstaltung scharf

Unter Anrainern löst die Situation kontroverse Diskussionen aus. Während manche die Sicherheitsmaßnahmen für ausreichend halten, sehen andere den Zeitpunkt für eine Motorsportveranstaltung bei dieser Trockenheit kritisch.

Sandra Schwaiger, Biobäuerin aus der Region, verwies auf einen Fahrzeugbrand bei einer früheren Rallye vor zwei Jahren. Das Feuer sei damals nur schwer zu löschen gewesen. „Ich möchte nicht wissen, was da los ist, wenn so etwas heuer passiert“, so Schwaiger.

Abgesehen von der Brandgefahr hält sie den Zeitpunkt für völlig unpassend: „Es gibt viele Bäuerinnen die am Küchentisch weinen weil ihnen die Ernte eingeht und sie nichts dagegen tun können. Da so eine Veranstaltung abzuhalten, finde ich respektlos“, sagte die Landwirtin.

Veranstalter lehnt Absage ab

Trotz wiederholter Absageforderungen in sozialen Medien gilt eine Streichung der Rallye kurz vor dem Start als zunehmend unrealistisch – zu viel ehrenamtliches Engagement stecke bereits in der Veranstaltung.

Veranstalter Peter Medinger hält eine Absage zur Zeit für „komplett unrealistisch“, solange keine gegenteilige Entscheidung der Behörden vorliegt. Er bezeichnete den Brandschutz als „wichtiges Anliegen“ und appellierte an Zuschauer und Teilnehmer, besonders aufmerksam zu sein: „Bei dieser Trockenheit kann etwa eine achtlos weggeworfene Zigarette bereits erheblichen Schaden anrichten. Auch die Teams bitten wir, verstärkt auf mögliche Brandgefahren zu achten.“

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3365820/

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