Münchner Firma testet Recyclingmaschinen seit 30 Jahren

Pia ProdingerPia Prodinger
Mitarbeiter mit Kompostieranlage und Erdhaufen in Österreich
© Komptech GmbH, Offenblende

Die Schernthaner GmbH aus München und der Recyclingspezialist Komptech verbindet eine über 30-jährige Partnerschaft. Viele Maschinen des österreichischen Herstellers tragen beim bayerischen Familienunternehmen die Seriennummer 1 – sie wurden dort als Prototypen getestet.

Das Münchner Familienunternehmen Schernthaner GmbH ist in den Bereichen Landschaftsbau, Erdbau, Entsorgung und Kompostierung tätig. Seit den 1960er-Jahren plant und gestaltet der mittlerweile in dritter Generation geführte Betrieb Landschaftsbaumaßnahmen, kümmert sich um Baumpflege und Kompostierung und bietet einen großen Miet-Fuhrpark an.

Eine Besonderheit findet sich im Maschinenpark: Auf zahlreichen Geräten des österreichischen Herstellers Komptech prangt die Seriennummer 1. Der Grund dafür liegt in einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, die bereits seit rund 30 Jahren besteht.

Prototypen werden in der Praxis getestet

Geschäftsführer Sigmund Schernthaner erklärt das Prinzip: Viele Konstruktionen von Komptech hätten sich zunächst auf dem eigenen Hof bewährt, bevor sie in die Serienfertigung gingen. Die Prototypen konnten beim Münchner Unternehmen unter realen Bedingungen getestet werden. Gleichzeitig flossen Verbesserungswünsche von Schernthaner in die finale Konstruktion ein.

„Komptech kann seine Maschinen bei uns mit großem Durchsatz testen und wir haben immer die Maschinen, die wir brauchen. Das ist eine sehr vertrauensvolle Partnerschaft und nicht nur ein Austausch von Ware gegen Bezahlung“, betont Schernthaner.

Die Partnerschaft begann, als Josef Schernthaner senior und Komptech-Firmengründer Josef Heissenberger den Kaufvertrag für die erste Maschine abschlossen. Mittlerweile umfasst der Fuhrpark acht Komptech-Maschinen: darunter die Zerkleinerer Crambo 6000 und Axtor 4510, der Mietenumsetzer Topturn X53, der Windsichter Hurrifex, die Trommelsiebe Nemus 2700 und Nemus 3000 sowie die Sternsiebe Multistar XXXL und XXXL3.

Neues Trommelsieb überzeugt im Einsatz

Der jüngste Zugang ist die Nemus 3000 – ebenfalls mit Seriennummer 1. Seit über einem halben Jahr unterstützt das Trommelsieb die Geschäftsführer Sigmund Schernthaner und Josef III Schernthaner bei der Mietenkompostierung.

Betriebsleiter Alexander Holzapfel hebt die optimale Positionierung der Siebtrommel hervor, die sich nun mittig im Fahrwerksrahmen befindet. Dadurch werde die Anlagerung von Material an den Innenwänden verhindert, wodurch weniger Reinigungspausen nötig seien. Auch die Siebtrommel lasse sich deutlich schneller wechseln. Begeistert zeigt er sich vom schnellen Ausfahren der Stützen und Förderbänder.

„Durch den verringerten Reinigungsaufwand, die höhere Benutzerfreundlichkeit und die beschleunigte Einsatzbereitschaft ist die Nemus 3000 insgesamt leistungsfähiger als ihr Vorgängermodell“, so Holzapfel. Er geht davon aus, dass die Maschine aufgrund der Optimierungen auch langlebiger ist.

Das Trommelsieb läuft bei Schernthaner rund 38 Stunden pro Woche und das etwa 44 Wochen im Jahr. Bislang mussten bei dieser Laufzeit die Maschinen alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Holzapfel hofft, dass dies aufgrund des veränderten Aufbaus diesmal nicht notwendig sein könnte.

Anpassung an unterschiedliche Anforderungen

Sowohl die Sternsiebe als auch die Trommelsiebe leisten gute Dienste, betont Holzapfel. Die Sternsiebe eigneten sich ideal für die Siebung des Komposts, während die robusten Trommelsiebe im Erdenwerk genau passten, um schweres Material durchzuarbeiten.

Kompost wird bei Schernthaner in der Regel mit einer Körnung von 10 Millimeter produziert. Im Erdenwerk reichen die Körnungen von 15 bis 60 Millimeter – je nachdem, ob es sich um Baumgruben-, Humus-, Rasen- oder Sportplatzsubstrate handelt. Unter dem Namen Biotana wird zudem gebrauchsfertige Blumen- und Pflanzenerde produziert.

Die Nemus 3000 wurde bei der Entwicklung an die Vorstellungen des Unternehmens angepasst. Holzapfel bestätigt, dass das Gerät von Komptech-Technikern nach den Wünschen und Vorschlägen von Kundenseite konzipiert wurde und durch die Summe von Detailverbesserungen überzeuge.

Schernthaner erklärt: „Wenn es bei Schernthaner eine Verbesserungsidee gibt oder eine spezielle Lösung gebraucht wird, rufen wir bei Komptech an.“

Praxisbezug als Teil der Firmenphilosophie

Michael Seidel, Sales Manager bei Komptech für den Münchner Raum, erklärt, dass im Maschinenbau echte Optimierung erst dort entstehe, wo Konstruktion auf Praxis treffe. Eines der Schlagworte von Komptech sei „Continuous improvement“, also die ständige Verbesserung der Produkte – im Idealfall nicht nur am Papier, sondern live vor Ort im Arbeitseinsatz.

Dafür würden permanent Daten der Kunden erfasst und analysiert – unter strenger Beachtung des Datenschutzes. Durch diese Auswertungen erhalte man wertvolles Feedback, um im Sinne der Kunden Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit der Maschinen zu steigern und damit einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, so Seidel.

Von diesem Wettbewerbsvorteil profitiere auch Schernthaner seit drei Jahrzehnten, heißt es abschließend.

Quelle: https://www.komptech.com/news/starke-zusammenarbeit-die-seit-jahrzehnten-traegt

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