Museumsbesuche fördern Hirngesundheit im Alter

68 Personen ab 60 Jahren nahmen an sieben vierwöchigen Kursen in Wiener Museen teil. Die Teilnehmer fühlten sich nach den Einheiten wohler und weniger allein, so der ORF.
In einem Projekt zur Förderung der Hirngesundheit haben 68 Personen ab 60 Jahren an sieben vierwöchigen Kursen teilgenommen. Pro Gruppe waren durchschnittlich neun bis zehn Teilnehmer dabei. Die Kurse setzten auf individuelle Begleitung statt auf große Gruppenführungen durch die Museumssäle.
Nach dem „Slow Viewing“-Prinzip konzentrierte sich jede Einheit auf lediglich drei bis vier Exponate, ergänzt durch Gesprächsrunden.
Positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden
„Jeder und jede sollte lernen, wie man die Hirngesundheit bis ins hohe Alter erhalten kann und wo man hingehen kann, um Gleichgesinnte zu finden – zum Beispiel in ein Museum“, erklärt Projektleiterin Stefanie Auer.
Die vorläufigen Auswertungen zeigen, dass ein Bedarf nach solchen Angeboten besteht. Die Teilnehmer fühlten sich nach den Kurseinheiten wohler als davor. Viele berichteten zudem, dass sie sich in der Gruppe weniger einsam fühlten.
Co-Projektleiterin Anja Grebe von der Universität für Weiterbildung Krems betont die Bedeutung von Museen: „Museen sind wichtige Schnittstellen zwischen Vergangenheit und Zukunft. In einer immer hektischeren Gegenwart laden sie zu Entschleunigung und Kunstgenuss ein.“ Die Begegnung mit Kunst werde durch professionelle Kulturvermittler zum Katalysator für Erinnerungen, wecke Neugier und Kreativität und rege zum Austausch an.
Wiederholung und Gemeinschaft als Erfolgsfaktoren
Das Geheimnis des „Gesunden Museums“ liege in Wiederholung und Gemeinschaft, so Grebe. Erst die vier wöchentlichen Kurseinheiten würden den Museumsbesuch zur Routine machen. Die gemeinsame Betrachtung der Objekte bilde die Grundlage für einen bereichernden Diskurs.
Das im Dezember 2023 gestartete Projekt wird vom Fonds Gesundes Österreich sowie der Wiener Gesundheitsförderung finanziert. Es richtet sich gezielt an Menschen ab 60 Jahren. Kooperationspartner sind das Kunsthistorische Museum, das Wien Museum, die Albertina, das Technische Museum Wien und die Wiener Bezirksmuseen.