Mutmaßlicher Komplize nach Femizid in Kottingbrunn ausgeliefert

Nach der Tötung einer 28-Jährigen im Mai in Kottingbrunn (Bezirk Baden) hat Deutschland einen mutmaßlichen Komplizen an Österreich übergeben. Der 32-jährige Italiener mit Wohnsitz in Deutschland sitzt seit Dienstag in der Justizanstalt Wiener Neustadt.
Die Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigte am Mittwoch die Auslieferung des Mannes. Laut „Kurier“ räumte der 32-Jährige einen geplanten Raub ein, bestreitet aber die Vorwürfe der Beihilfe zum Mord.
Festgenommen wurde der Italiener bereits im August. Nach seiner Auslieferung am Dienstag kam er in Untersuchungshaft nach Wiener Neustadt. International gesucht wurde er, weil der Hauptverdächtige ihn als Mittäter bei der Tat benannt hatte.
Komplize will im Auto gewartet haben
Dem „Kurier“ zufolge gab der Mann zu Protokoll, das Opfer gemeinsam ausrauben zu wollen. Während der Schüsse habe er sich jedoch nicht in der Wohnung aufgehalten, sondern im Auto vor dem Mehrparteienhaus gewartet. Aus der Wohnung wurden Bargeld und die Bankomatkarte der Frau entwendet.
Die 28-Jährige war am 14. Mai von ihren Eltern tot aufgefunden worden, nachdem sie telefonisch nicht erreichbar gewesen war. Die Obduktion ergab, dass sie erschossen wurde. Zunächst war auch ein Sturz als mögliche Todesursache in Betracht gezogen worden.
Hauptverdächtiger seit Mai in Haft
Als Haupttäter gilt ein 27-jähriger Steirer, der eine Beziehung zu der Frau gehabt haben soll. Ermittler kamen ihm über die Auswertung von Handydaten auf die Spur. Die beiden dürften sich über Facebook kennengelernt haben.
Der Sportschütze soll mit einer legal besessenen Waffe geschossen haben. Seit 22. Mai befindet er sich in U-Haft. Zu Motiv und Tatablauf machte er in Einvernahmen wechselnde Angaben.
SERVICE: Frauen, die Gewalt erleben, finden in Österreich Hilfe bei der Frauen-Helpline unter 0800-222-555 (www.frauenhelpline.at), beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (www.aoef.at), beim Frauenhaus-Notruf unter 057722, bei den Österreichischen Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217 (www.gewaltschutzzentrum.at) sowie beim Polizei-Notruf 133.
Quelle: APA
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