Museum in alter Volksschule eröffnet

In Gaas im Burgenland wurde eine fast 50 Jahre leer stehende Volksschule zu einem Museum umgebaut, so der ORF.
Hirschfeld hat die alte Volksschule Gaas selbst restauriert, nachdem sie beinahe fünf Jahrzehnte leer gestanden war. Dank des Denkmalschutzes konnte das Gebäude ökologisch saniert werden. Da das Haus bereits ökologisch restauriert wurde, sollte auch die Einrichtung nachhaltig sein, erklärte Hirschfeld. Deshalb ist kein Einrichtungsgegenstand jünger als sechs Jahrzehnte.
Das Museum soll auch die psychologische Dimension von Nachhaltigkeit thematisieren. Dafür wurde ein „Zigarrenzimmer“ im barocken Stil geschaffen: mit historischen Möbeln, schwarzem Boden, einer Pendeluhr und zwei Ohrensesseln. Besucher sollen dort ihr Mobiltelefon abgeben und sich für zehn Minuten einschließen lassen, um zu erleben, wie es ist, wenn sich absolut nichts bewegt.
Gemeinde kämpft gegen Abwanderung
Bürgermeister Johann Weber (ÖVP) zeigt sich erfreut über die Wiederbelebung der alten Schule. Das Projekt passt zu seinem Ziel, Leerstand und Abwanderung in der Gemeinde zu stoppen. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft habe die Gemeinde in den vergangenen 100 Jahren sehr viele Bewohner verloren und sich praktisch halbiert. Seit einigen Jahren bemühe man sich, leerstehende Gebäude zu bewerben und wieder mit Sinn zu füllen. Die alte Volksschule sei ein perfektes Beispiel dafür, wie man Geschichte neu erzählt und einem alten Gebäude wieder Bedeutung verleiht.
Die Gemeinde Eberau beteiligte sich auch am Projekt „RURALL“, das vom Zentrum für soziale Innovation durchgeführt wurde. 18 europäische Länder waren beteiligt, Eberau war die einzige teilnehmende Gemeinde aus Österreich. 40 leerstehende Gebäude wurden gemeldet, 20 davon im Projekt genauer untersucht und drei vollständig entwickelt. Die Pläne liegen vor, die Gebäude suchen nun Investoren, damit sie wieder mit Leben gefüllt werden können, so Weber.
Die drei Projekte wurden vom Zentrum für soziale Innovation gemeinsam mit der HTL Pinkafeld ausgearbeitet.
Burgenland startet Leerstandsoffensive
Auch das Land Burgenland will gegen Leerstand vorgehen und startet eine „Leerstandsoffensive“. Es soll eine Plattform eingerichtet werden, auf der Eigentümer ihre leerstehenden Gebäude melden können, erklärte die SPÖ-Landtagsabgeordnete Doris Prohaska. Interessenten könnten sich dort über verfügbare Immobilien informieren. Derzeit existiere ein solches Angebot nur für gewerblich genutzte Objekte. Zusätzlich bietet das Land laut Prohaska eine Sanierungsförderung von bis zu 40.000 Euro sowie einen langfristig laufenden Kredit an.
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