Nachhilfe kostet Eltern in NÖ 23 Millionen Euro jährlich

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Rund 50.000 Schüler in Niederösterreich benötigen Nachhilfe oder Lernhilfe. Die Kosten für die Eltern belaufen sich auf fast 23 Millionen Euro pro Jahr. FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler kritisiert die Situation und fordert eine Neuordnung der Prioritäten im Schulsystem.

In Niederösterreich sind etwa 50.000 Schüler auf Nachhilfe oder Lernhilfe angewiesen. Die Familien geben dafür jährlich knapp 23 Millionen Euro aus. Besonders betroffen sind die Fächer Mathematik mit 69 Prozent und Deutsch mit 39 Prozent des Nachhilfebedarfs.

Helmut Fiedler, Bildungssprecher der FPÖ Niederösterreich, sieht darin ein Alarmsignal. Familien müssten tief in die Tasche greifen, damit ihre Kinder in zentralen Fächern nicht zurückfallen. Gleichzeitig seien Lehrer mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert, weil im Unterricht zunächst Sprachbarrieren überwunden werden müssten.

1.900 Schüler aus Deutschförderklassen in Sommerschule

Das Ausmaß der Problematik zeigt sich auch an der Sommerschule: Heuer müssen in Niederösterreich rund 1.900 Schüler aus Deutschförderklassen verpflichtend teilnehmen. Fiedler richtet seine Kritik an Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Wer ignoriere, dass mangelnde Deutschkenntnisse erhebliche Kapazitäten im Schulsystem binden, nehme in Kauf, dass für den eigentlichen Bildungsauftrag weniger Zeit bleibe.

Die FPÖ verlangt eine Neuausrichtung: Schüler, die dem Unterricht wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht folgen können, müssten intensiv und konsequent die Sprache lernen. Auch die Eltern seien in die Pflicht zu nehmen. Integration sei keine Einbahnstraße, betont Fiedler. Wer dauerhaft in Österreich lebe und Kinder zur Schule schicke, müsse dazu beitragen, dass diese Deutsch lernen und dem Unterricht folgen können.

Forderung nach konsequenter Deutschförderung

Fiedler fordert vom Minister, dass die Deutschförderung konsequent umgesetzt wird und Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen. Der Regelunterricht müsse wieder ausreichend Raum für Mathematik, Lesen, Schreiben, Naturwissenschaften und individuelle Förderung bieten. Es könne nicht sein, dass österreichische Familien doppelt zahlen: mit Steuern für ein überfordertes Schulsystem und zusätzlich mit Millionen für private Nachhilfe.

Quelle: OTS

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