Naturschutzbund will Autorallyes in Oberösterreich stoppen

Nach der Mühlstein Rallye Anfang August im Bezirk Perg fordert der Naturschutzbund Oberösterreich ein Verbot solcher Großveranstaltungen. Die Organisation kritisiert Lärm, Abgase und Flurschäden – besonders nach dem Dürresommer 2026.
Der Naturschutzbund Oberösterreich verlangt von Land und Behörden, künftig keine Genehmigungen mehr für Rallye-Großveranstaltungen wie die Mühlstein Rallye zu erteilen. Anfang August 2026 fand die SG Toolbox Mühlstein Rallye in den Gemeinden Saxen, Arbing, Münzbach, Mitterkirchen, Schwertberg und Tragwein statt – trotz anhaltender Dürre, ausgetrockneter Gewässer und erhöhter Waldbrandgefahr.
Kritik an Umweltbelastung und Lärmemissionen
Solche Veranstaltungen seien angesichts von Klima- und Biodiversitätskrise nicht mehr zeitgemäß, so die Umweltorganisation. Lärm, Staub, Abgase, Reifenabrieb und tausende anreisende Besucher würden Natur und Anrainer massiv belasten. Motorenlärm und quietschende Bremsen stellten eine unzumutbare Belastung für Menschen und Tiere dar.
Bei der diesjährigen Rallye kam es zu einem Beinahe-Zusammenstoß: Ein Reh lief auf die Strecke, als ein Fahrzeug mit Renntempo heranraste. Das Tier sprang über die Motorhaube – ein schwerer Unfall blieb knapp aus.
Schäden an öffentlicher Infrastruktur
Öffentlich finanzierte Straßen müssten nach Rallyes repariert werden, kritisiert der Naturschutzbund. Besonders problematisch: Der Machlanddamm, der dem Hochwasserschutz dient und mit hohen Kosten errichtet wurde, sei als Sprungschanze für Rallyeautos missbraucht worden. Auch dessen Instandhaltung werde von der öffentlichen Hand bezahlt.
Petition gestartet
Gemeinsam mit betroffenen Anrainern hat der Naturschutzbund Oberösterreich eine Petition gestartet, die ein Ende der Mühlstein Rallye fordert. Auch andere Veranstaltungen wie die Jänner-Rallye sollten nicht mehr bewilligt werden. Die Organisation betont: Natur und Landschaft seien kein Spielplatz für Geschwindigkeitsfanatiker.
Der Sommer 2026 gilt als verheerender Dürresommer mit außergewöhnlicher Hitze, Trockenheit und Wasserknappheit. Es sei zu befürchten, dass dies kein Ausnahmesommer war, sondern der Beginn einer ernsthaften Klimakrise.
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