Neos präsentieren Verkehrskonzept für Salzburg
Die Neos Salzburg haben ein eigenes Mobilitätskonzept vorgestellt, das sich am belgischen Vorbild Gent orientiert. Durch gezielte Unterbrechungen des Durchgangsverkehrs soll die Innenstadt attraktiver für Fußgänger und Radfahrer werden.
Die Neos Salzburg sprechen sich für einen grundlegenden Kurswechsel in der städtischen Verkehrspolitik aus und haben dazu ein eigenes Konzept vorgestellt. Als Vorbild dient der sogenannte „Circulation Plan“ der belgischen Stadt Gent.
Gemeinderat Lukas Rupsch fordert eine Neuausrichtung der Verkehrspolitik. Ziel sei es, Salzburg zu einer Stadt zu machen, in der Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie der öffentliche Verkehr Vorrang genießen. Die bisherige Verkehrspyramide müsse dafür grundlegend neu gedacht werden.
Kritik an fehlendem Gesamtkonzept
Aus Sicht der Neos fehlt der Stadtregierung weiterhin ein umfassendes Verkehrskonzept. Laut Rupsch habe man in den Sommermonaten zahlreiche Gespräche mit Salzburgerinnen und Salzburgern geführt, die den Verkehr als tägliche Belastung erleben.
Die Partei wolle daher nicht nur Kritik üben, sondern konkrete Lösungsansätze präsentieren. Die nun vorgestellte Studie soll aufzeigen, welche Möglichkeiten Salzburg aus Sicht der Neos bislang ungenutzt lässt.
Gent dient als Vorbild
Im belgischen Gent wurde die Innenstadt in sechs Sektoren sowie eine große autofreie Fußgänger- und Radzone gegliedert. Wer mit dem Auto zwischen den einzelnen Bereichen wechseln möchte, muss den äußeren Stadtring nutzen. Eine direkte Durchfahrt durch die Innenstadt ist für den motorisierten Individualverkehr nicht mehr möglich. Für Fußgänger, Radfahrende sowie öffentliche Verkehrsmittel bestehen hingegen weiterhin direkte Verbindungen.
Nach Angaben der Neos führte das Konzept in Gent zu einer deutlichen Reduktion des Durchgangsverkehrs um 60 Prozent. Zudem stieg der Anteil des Radverkehrs auf 25 Prozent. Darüber hinaus werden weniger Staus, mehr Verkehrssicherheit, eine höhere Aufenthaltsqualität sowie Verbesserungen bei Luftqualität und Lärmbelastung angeführt.
Wegen dieser positiven Erfahrungen werde das Modell mittlerweile auch auf weitere Stadtviertel ausgeweitet.
Studie als Grundlage für weitere Diskussionen
Die präsentierte Studie versteht sich laut den Neos als erster Schritt und Diskussionsgrundlage für die weitere Entwicklung eines Salzburger Verkehrskonzepts. In den kommenden Monaten soll das Thema gemeinsam mit Fachleuten und der Bevölkerung weiter ausgearbeitet werden.
Für Salzburg schlagen die Neos ebenfalls einen Circulation Plan vor. Durch gezielte Unterbrechungen des Kfz-Durchgangsverkehrs an ausgewählten Knotenpunkten soll die Erreichbarkeit aller Ziele erhalten bleiben. Gleichzeitig könnten neue Qualitäten im öffentlichen Raum entstehen, darunter eine zusammenhängende Altstadtzone, Promenaden entlang der Salzach, ein Stadtboulevard mit Verkehrsfiltern sowie verkehrsberuhigte Nebenstraßen.
Nach Einschätzung von Rupsch könnte der Radverkehrsanteil in Salzburg in Richtung 30 Prozent steigen. Gleichzeitig würden mehr Flächen für aktive Mobilität, Aufenthaltsbereiche sowie blau-grüne Infrastruktur geschaffen. Weniger Durchgangsverkehr würde zudem den öffentlichen Verkehr sowie den Rad- und Fußverkehr sicherer, zuverlässiger und attraktiver machen.
Als besonderen Vorteil des Konzepts nennt Rupsch den vergleichsweise geringen Umsetzungsaufwand. Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien rasch realisierbar, flexibel anpassbar, kosteneffizient und zugleich wirkungsvoll. Daher eigne sich dieser Ansatz besonders gut für Salzburg.
Quelle: https://salzburg.neos.eu/aktuelles-events/blog/2026/9/wir-stellen-den-verkehr-auf-den-kopf
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