Neubau der Psychiatrie am Salzburger Uniklinikum eröffnet

Pia ProdingerPia Prodinger
Uniklinikum Salzburg: Acht Personen stehen vor Bannern mit dem Logo des Uniklinikums Salzburg.
© Franz Neumayr

Am Universitätsklinikum Christian-Doppler-Klinik in Salzburg ist im September 2026 der Neubau der Psychiatrie in Betrieb gegangen. Das Projekt wurde nach knapp zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und hält das Budget von 24,5 Millionen Euro ein.

Am Universitätsklinikum Christian-Doppler-Klinik in Salzburg wurde im September 2026 der neue Psychiatrie-Bau offiziell eröffnet. Die Bauarbeiten hatten im November 2024 begonnen. Sowohl der Zeitplan als auch die vorgesehenen Kosten von 24,5 Millionen Euro konnten eingehalten werden. Der Neubau verbindet moderne medizinische Infrastruktur mit einer Architektur, die gezielt auf das Wohlbefinden und die Genesung der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist.

„Das Land Salzburg sichert die Gesundheitsversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Dafür werden medizinische Einrichtungen neu gebaut, modernisiert und an die Anforderungen der Zukunft angepasst. Im Zuge einer vorausschauenden Gesundheitsplanung kann nun dieses Haus für eine moderne psychiatrische Versorgung in Betrieb genommen werden“, sagte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler bei der Eröffnung.

Fokus auf die Alterspsychiatrie

Ein besonderer Schwerpunkt des Neubaus liegt auf der Betreuung älterer Menschen. Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi betonte, dass die Einrichtung den Anforderungen einer zunehmend alternden Gesellschaft gerecht werde. Im ersten Obergeschoss wurde ein geschützter Garten geschaffen, der von außen nicht einsehbar ist und insbesondere auch Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen leicht zugänglich zur Verfügung steht.

Die Psychiatrische Zentralambulanz zählt jährlich rund 14.000 Patientenkontakte. Dazu kommen etwa 2.000 Kontakte in der neuen Suchtmedizinischen Fachambulanz sowie rund 2.000 stationäre Aufnahmen an der Psychiatrischen Aufnahmestation.

Lichtdurchflutete Architektur

Für Klinikvorstand Wolfgang Aichhorn trägt die Architektur wesentlich zum therapeutischen Umfeld bei. Großzügige Fensterflächen und der Blick auf den bestehenden Baumbestand sorgen sowohl für die etwa 125 Mitarbeitenden als auch für die Patientinnen und Patienten für eine angenehme Atmosphäre.

Geplant wurde das Gebäude vom Wiener Architekturbüro Habeler & Kirchweger in enger Abstimmung mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, unterschiedliche medizinische Funktionen unter einem Dach zu vereinen. Im ersten Obergeschoss entstand über einem eigens angelegten Erdkörper ein begrünter Innenhof. Zusätzlich bringen vier große Lichtatrien Tageslicht in die Ambulanz- und Aufnahmebereiche im Erdgeschoss.

Erdgeschoss mit Ambulanzen und Aufnahmestation

Im Erdgeschoss sind die Ambulanzen sowie die Aufnahmestation der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik untergebracht. In der Psychiatrischen Zentralambulanz werden Menschen in akuten Krisensituationen oder nach ärztlicher Überweisung durch ein multiprofessionelles Team betreut. Je nach Diagnose erfolgt die weitere Behandlung ambulant, im niedergelassenen Bereich oder auf einer spezialisierten Station beziehungsweise in einer Tagesklinik.

Ebenfalls auf dieser Ebene befinden sich die Suchtmedizinische Fachambulanz sowie die Ambulanz für Essstörungen. Für Akutaufnahmen und kurzfristige Kriseninterventionen steht eine neu gestaltete Aufnahmestation mit eigener Rettungszufahrt zur Verfügung. Ziel ist eine rasche Stabilisierung der Betroffenen und die Planung der weiteren Behandlung.

22 Betten für die Alterspsychiatrie

Im ersten Obergeschoss stehen 22 Betten für die Alterspsychiatrie bereit. Behandelt werden Menschen ab etwa 65 Jahren mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenien oder Suchterkrankungen. Ebenso werden Patientinnen und Patienten betreut, bei denen körperliche Erkrankungen mit psychiatrischen Symptomen einhergehen.

Derzeit sind rund 20 Prozent der Bevölkerung dieser Altersgruppe zuzurechnen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird ihr Anteil in den kommenden Jahrzehnten auf mehr als 30 Prozent ansteigen. Gleichzeitig leidet im höheren Lebensalter bis zu jeder zweite Mensch an einer psychischen Erkrankung oder Demenz. Mit der Erweiterung auf 22 Betten stehen nun zeitgemäße therapeutische Möglichkeiten für diese Patientengruppe zur Verfügung.

Ergänzt wird das Angebot durch die Integrierte Versorgung Gerontopsychiatrie. Sie soll den Übergang zwischen stationärer und ambulanter Betreuung erleichtern, die wohnortnahe Versorgung stärken und Rückfälle verhindern.

Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik

Im zweiten Obergeschoss befinden sich das Zentrum für Psychotherapie, Psychosomatik und Psychotraumatologie mit 20 Betten sowie zehn Tagesklinikplätzen. Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychosozialen Belastungen, Traumafolgestörungen, chronischen Schmerzstörungen und weiteren psychosomatischen Beschwerden.

Die Behandlung erfolgt sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting. Je nach Bedarf werden Kurzinterventionen von zwei bis drei Wochen oder längerfristige Therapien von bis zu zwölf Wochen angeboten. Die Betreuung kann stationär oder tagesklinisch erfolgen. Besonders hervorgehoben wird die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen, um vorhandene Ressourcen zu stärken und Therapieerfolge nachhaltig in den Alltag zu übertragen.

Moderne Technik und nachhaltige Ausstattung

Der Neubau umfasst drei oberirdische Geschosse sowie eine Teilunterkellerung mit unterirdischem Verbindungsgang. Die Bruttogeschossfläche beträgt rund 5.100 Quadratmeter, die Nutzfläche inklusive Sanitärbereichen rund 2.300 Quadratmeter.

Zur nachhaltigen Energieversorgung tragen eine Photovoltaikanlage mit 88 kWp, ein Fernwärmeanschluss sowie die Anbindung an den zentralen Kältering bei. Die Kühlung erfolgt über den Fußboden, zusätzlich sind in nahezu allen Räumen Gebläsekonvektoren installiert. Die Lüftungsanlage arbeitet mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung.

Quelle: https://presse.salk.at/news-lichtdurchfluteter-neubau-der-psychiatrie-am-universitaetsklinikum-christian-doppler-klinik-eroeffnet?id=247780&menueid=21350&l=deutsch

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