Neue Software bringt mehr Anzeigen im Schwerverkehr

Mathias FischerMathias Fischer
Schwerverkehrskontrolle in Niederösterreich mit 15.935 Kontrollen und 83.560 Verstößen.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Polizei hat im Vorjahr bei Kontrollen in Niederösterreich 83.560 Anzeigen erstattet. Seit 1. Juli gelten zudem verschärfte Vorschriften für leichtere Nutzfahrzeuge, so der ORF.

Die Überwachung des Schwerverkehrs zählt zu den zentralen Aufgaben der Verkehrspolizei, um die Sicherheit auf Österreichs Straßen sicherzustellen. Das geht aus einer Mitteilung des Innenministeriums vom Montag hervor. Die Bundespolizei setzt dabei mittlerweile auf modernste Technik.

Mit einer neuen Software konnte die Polizei zuletzt deutlich mehr Verstöße aufdecken. „Seit erstem Juli müssen auch leichtere Fahrzeuge ein Kontrollgerät eingebaut haben, die hatten das zuvor nicht und auch das kontrollieren wir genau“, erklärte Matthias Grabner, stellvertretender Leiter der Landesverkehrsabteilung, bei einem Lokalaugenschein am Verkehrskontrollpunkt Wolfsbach.

EU-weite Ausweitung der Vorschriften

Mit 1. Juli 2026 wurden in der gesamten EU die Ruhezeit- und Fahrtenschreiberbestimmungen für den Schwerverkehr ausgeweitet. Intelligente Fahrtenschreiber der zweiten Generation sind nun für alle gewerblich genutzten Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,5 bis 3,5 Tonnen für den internationalen Verkehr verpflichtend.

Seit der Einführung der neuen Kontrollsoftware im Jahr 2024 ist die Zahl der festgestellten Übertretungen deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden bei 15.935 Kontrollen insgesamt 83.560 Anzeigen in Niederösterreich erstattet. Rund die Hälfte davon betreffen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten.

Technische Mängel häufigster Grund

„Die häufigsten Mängel sind nicht funktionierende Bremsen, sodass die Fahrt nicht fortgesetzt werden kann, oder Betriebsmittel wie Öl, die austreten, oder auch die Reifen“, sagte Grabner. Die neue Software erarbeite durch erweiterte technische Möglichkeiten eine gezieltere Vorselektion und feinere Detektion von Übertretungen. Im Zuge dessen würden einzelne Kontrollen zwar länger dauern, seien aber deutlich treffsicherer.

Bei den Schwerverkehrskontrollen mit dem Landesprüfzug am Montag gab es 66 Anzeigen nach dem Kraftfahrgesetz aufgrund technischer Mängel, vier Anzeigen wegen Überladung – in Summe 80 Anzeigen und sieben Organmandate. Elf Mal wurde die Weiterfahrt untersagt, sechs Mal kam es zur Abnahme von Kennzeichen.

Planquadrate gegen Schleppermafia

Die Verkehrskontrollpunkte in Niederösterreich werden auch für fremdenpolizeiliche Planquadrate genutzt. Das Ziel ist laut Innenministerium, Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung der Schleppermafia zu setzen.

Die Zahl der Aufgriffe an der einst stark belasteten burgenländisch-ungarischen Grenze sei in den letzten Jahren gesunken. Vergangene Woche sei es im Burgenland lediglich zu sechs Aufgriffen nach einem illegalen Grenzübertritt gekommen.

Bei der fremdenpolizeilichen Schwerpunktaktion am Montag auf der Westautobahn bei Wolfsbach kam es zu 21 Fahrzeug-Durchsuchungen, 53 Identitätsfeststellungen sowie 124 Fahndungsanfragen. Dabei wurden zwei illegal aufhältige Fremde mit Ausreiseverpflichtung aufgegriffen. Zusätzliche Aufenthaltsermittlungen wurden der Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Karner: Kontrollen im Landesinneren zeigen Wirkung

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) machte sich am Montag am Verkehrskontrollpunkt Wolfsbach ein Bild von den Kontrollen. Die Entwicklungen an der burgenländisch-ungarischen Grenze würden sich auch in Niederösterreich offenbaren. Auf der Westautobahn habe es seit Jahresbeginn keine Schlepperfestnahmen gegeben.

„Weil wir die Kontrollen verändert haben, dass nicht nur an den Grenzen kontrolliert wird, sondern auch im Landesinneren. An großen Hauptverkehrsrouten werden hier potentielle Schlepper, andere Verdächtige aus dem Verkehr gezogen“, so Karner.

Die Sicherheit der Menschen stehe im Fokus aller Maßnahmen – sowohl bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Schleppermafia, als auch bei den notwendigen Kontrollen im Schwerverkehr.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3361515/

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