Neues Buch zeigt zeitlose Bauweisen im Salzkammergut

Pia ProdingerPia Prodinger
Hydraulischer Widder und Balkon im Buch auf Holztisch vor Bergsee
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein neuer Band präsentiert historische Bautechniken und gelungene Umbauten in der Region. Die Herausgeber wollen altes Handwerkswissen vor dem Vergessen bewahren und für nachhaltiges Bauen nutzbar machen.

Unter dem Titel "Simple Smart Buildings" ist ein Buch erschienen, das traditionelle Bauweisen im Salzkammergut dokumentiert und für deren Wiederbelebung wirbt. Herausgegeben wurde der Band von Friedrich Idam, Sachverständiger für Denkmalpflege und Bauphysik, gemeinsam mit dem Bauphysiker und Tischler Günther Kain sowie dem Architekten Andreas Zohner. Das Werk ist im Verlag Müry Salzmann erschienen.

Der Band präsentiert Best-Practice-Beispiele für sensible Umbauten historischer Gebäude. Dazu zählt etwa das Haus Idam-Wimmer im historischen Zentrum von Hallstatt, das Idam selbst vorbildlich renoviert hat und im Buch unter dem Titel „Extremlage mit Seeblick“ vorgestellt wird. Weitere Beispiele sind das Haus Wolfsgruber in Ebensee, das erstmals 1705 urkundlich erwähnt wurde, oder der zu einer Galerie umgebaute frühbarocke Klosterstadel in Traunkirchen.

Alte Techniken neu entdecken

Die Autoren sind überzeugt, dass im baukulturellen Erbe ein enormer Schatz an Erfahrungswissen steckt, der derzeit kaum genutzt wird. Das Buch soll alte Bautechnologien vor dem Vergessen bewahren und ihre Wiederbelebung fördern. Weitere Bände zu anderen Regionen sollen folgen.

Unter Schlagworten wie „Einfach statt kompliziert“, „Zerlegbar statt untrennbar“, „Dauerhaft statt kurzlebig“, „Handarbeit statt Industrieprodukt“, „Kooperation statt Alleingang“, „Eigenleistung statt Fremdleistung“ sowie „Regional statt international“ bieten die Herausgeber Leitlinien für ein neues Bauen, das an traditionelle Methoden anknüpft. Damit sollen Antworten auf aktuelle Fragen von Ressourcenschonung bis zur Nachhaltigkeit geliefert werden.

Detaillierte Beschreibungen und Glossar

Das Buch schließt an eine bereits 150 Episoden umfassende Podcast-Reihe an. Es enthält genaue Beschreibungen alter Bau- und Handwerkstechniken sowie ein Glossar, in dem Begriffe wie Anschübling, Lehmwuzeln oder hydraulischer Widder erklärt werden. Letzterer wird als Pumpe beschrieben, die Wasser ohne externe Energie nach oben pumpt, indem sie dessen kinetische Energie und den Stoßdruck nutzt – „einfach, langlebig, wartungsarm“.

Die Fotos der gelungenen Symbiose von alter und neuer Bausubstanz sollen zum Nachahmen anregen. Das 168 Seiten starke, broschierte Werk mit Texten von Hubert Feiglstorfer, Anna Heringer, Roland Meingast und Martin Rauch ist um 28 Euro erhältlich.

Quelle: APA

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