Neurochirurgie-Pionier Johannes Fischer verstorben

Die Johannes Kepler Universität Linz und das Kepler Universitätsklinikum trauern um Univ.-Prof. Dr. Johannes Fischer. Der Mediziner prägte die Neuromedizin in Oberösterreich über Jahrzehnte hinweg.
Univ.-Prof. Dr. Johannes Fischer leitete jahrelang die Abteilung für Neurochirurgie der damaligen Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg. Zwischen 1992 und 2021 war er zudem stellvertretender Ärztlicher Leiter. In diesen Positionen trieb er die Neuromedizin am Standort mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz voran.
Gründer des Instituts für Theoretische Neurochirurgie
Seine Leidenschaft galt der Wissenschaft: 2001 gründete Fischer das Institut für Theoretische Neurochirurgie und legte damit das Fundament für die neurochirurgische Forschung. Für seinen Beitrag zur Medizinischen Fakultät der JKU wurde er im Oktober 2025 in einer Feier geehrt.
„Die Medizinische Fakultät der JKU hat viele Gründungsväter und -mütter. Prof. Fischer zählte zu den prägendsten Unterstützer*innen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch, Rektor der JKU. Er habe sich bis zuletzt mit Mut und Weitblick für die Fakultät eingesetzt.
Über 30 Jahre Vorsitzender der Ethikkommission
Mehr als drei Jahrzehnte führte Fischer die Ethikkommission als Vorsitzender. Mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein setzte er sich für ethische Grundlagen in medizinischer Forschung und klinischer Praxis ein. Sein Einsatz für das Land Oberösterreich wurde mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes gewürdigt.
Legendär ist sein Spruch: „In der Wissenschaft werden selbstbewusste, gebildete und gut ausgebildete Frauen und Männer ohne Anzeichen von Eitelkeit oder gar Überheblichkeit gebraucht. Dies ist nur eine scheinbare Selbstverständlichkeit.“ Erst kürzlich hatte er zugesagt, seine Expertise im neuen Tierethikrat der JKU einzubringen.
Wegweisend für die österreichische Neurochirurgie
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruber, Senatsvorsitzender der JKU, bezeichnet Fischer als eine der prägendsten Persönlichkeiten der österreichischen Neurochirurgie. Er habe wesentlich zum Aufbau der Abteilung an der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg beigetragen – dem bis heute größten neurochirurgischen Zentrum Österreichs. Die heutige Universitätsklinik für Neurochirurgie am Kepler Universitätsklinikum wäre ohne seine visionären Entwicklungen undenkbar gewesen.
2016 erhielt Fischer das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich. 2025 ehrte ihn die Österreichische Gesellschaft für Neurochirurgie mit der Herbert Kraus Medaille für besondere wissenschaftliche Verdienste.
Würdigungen aus Politik und Medizin
Mag.a Dr.in Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin und Dekanin der Medizinischen Fakultät, hebt hervor: „Verantwortung übernehmen und mehr tun als die Pflicht – das zeichnete Prof. Fischer aus.“ Seine Persönlichkeit, sein chirurgisches Können und sein Herz für Patientinnen und Patienten machten ihn zu einem unvergesslichen Vorbild.
LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander erinnert sich an eine beeindruckende Persönlichkeit, deren Gespräche stets bleibenden Eindruck hinterließen. Fischer habe das Kepler Universitätsklinikum und die Ethikkommission nachhaltig geprägt.
Univ.-Prof. Dr. Meinhard Lukas, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums, würdigt Fischer als Mediziner, der Pioniergeist mit tiefem Bewusstsein für ethische Verantwortung verband. Seine Pionierleistung verdiene größten Respekt.
Die Johannes Kepler Universität Linz und das Kepler Universitätsklinikum werden Univ.-Prof. Dr. Johannes Fischer ein ehrendes Andenken bewahren.
Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/trauer-um-univ-prof-dr-johannes-fischer
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