Neusiedl am See führt Wildunfall-Statistik österreichweit an

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Bezirk Neusiedl am See kamen 3.937 Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben – mehr als in jedem anderen Bezirk Österreichs. Österreichweit wurden 65.036 getötete Wildtiere bei Verkehrsunfällen gemeldet, so der ORF.

Österreichweit wurden 65.036 Wildtiere als im Straßenverkehr getötet gemeldet. Besonders häufig waren Rehwild, Hasen und Fasane betroffen. Etwa 13 Prozent dieser Tiere verunglückten auf burgenländischen Straßen.

Der Bezirk Neusiedl am See verzeichnete mit 3.937 getöteten Wildtieren die höchste Zahl in ganz Österreich. Dahinter folgen die burgenländischen Bezirke Oberwart mit 1.122 und Güssing mit 857 Tieren.

Im Bundesländervergleich liegen Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark bei den getöteten Wildtieren an der Spitze. Das Burgenland belegt den vierten Platz. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da nicht immer Polizei und Jägerschaft zu Wildunfällen gerufen werden.

322 Verletzte österreichweit, 22 im Burgenland

Wildunfälle stellen auch für Menschen eine erhebliche Gefahr dar. Laut aktueller Unfallstatistik der Statistik Austria wurden im Jahr 2025 österreichweit 322 Personen bei solchen Unfällen verletzt, davon 22 im Burgenland. Todesfälle gab es im Jahr 2025 keine, schwere Unfälle ereigneten sich jedoch wiederholt.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt besonders vor trüben Herbsttagen und fordert ein der Witterung angepasstes Tempo. 38 Prozent aller Wildunfälle in Österreich passierten aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit, 54 Prozent wegen Unachtsamkeit und Ablenkung.

Sofort bremsen statt ausweichen

Kollisionen mit Hirschen oder Rehen bergen ein besonders hohes Verletzungsrisiko. „Sobald ein Tier vor einem auftaucht, sollte man daher sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen. Keinesfalls jedoch sollte man Ausweichmanöver einleiten, weil dies in Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen resultieren kann“, erklärt Johanna Trauner-Karner, Geschäftsführerin des KFV.

Wildtiere wie Reh- und Rotwild bewegen sich häufig im Rudel, weshalb mit mehreren Tieren zu rechnen ist. Beim Wechsel des Untergrunds oder bei Blendung durch Scheinwerfer bleiben die Tiere instinktiv stehen. Besondere Vorsicht ist an Streckenabschnitten mit „Achtung Wildwechsel“-Schildern geboten, die dort platziert wurden, wo Jäger und Gemeinden häufigen Wildwechsel oder bereits vorgefallene Unfälle melden.

Polizei muss immer verständigt werden

Bei einem Wildunfall sollte das Fahrzeug abseits der Fahrbahn abgestellt und die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Warnweste anziehen und Pannendreieck aufstellen erhöhen die Sichtbarkeit. Bei verletzten Personen ist die Rettungskette in Gang zu setzen und Erste Hilfe zu leisten.

Das verletzte Tier darf nicht berührt oder bewegt werden. Der Wildunfall muss in jedem Fall der Polizei gemeldet werden – auch wenn keine Personen verletzt wurden und das Tier geflüchtet ist. Fahrerflucht von der Unfallstelle kann rechtliche und versicherungstechnische Konsequenzen haben, so das KFV.

Quelle: https://burgenland.orf.at/stories/3376875/

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