Nickelsdorf: 500-Megawatt-Datencenter geplant

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Auf 24 Hektar Fläche soll in Nickelsdorf ein umweltfreundlicher Datencenter-Campus entstehen. Burgenland Energie setzt auf geschlossene Wasserkreisläufe und Abwärmenutzung. Die Zahl der Arbeitsplätze ist noch offen.

Im Bezirk Neusiedl am See plant Burgenland Energie einen Datencenter-Campus mit 500 Megawatt Leistung. Grundlage sind zehn von der Landesregierung beschlossene Umsetzungskriterien, die eine umweltfreundliche Realisierung garantieren sollen. Das erklärte Stephan Sharma, CEO von Burgenland Energie, am Donnerstag.

Nickelsdorf hatte im vergangenen, extrem trockenen Sommer eine politische Debatte ausgelöst. Die nun festgelegten Kriterien – etwa ein geschlossener Wasserkreislauf – sollen Wasserverschwendung verhindern, betonte Sharma. Datencenter seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, von digitaler Zahlung über Internet bis zur Energie- und Lebensmittelversorgung. Auch Datensicherheit spiele eine zentrale Rolle.

Vier Phasen bis zur regionalen Wertschöpfung

Das Bundesland wolle seine Vorreiterrolle bei Naturschutz und erneuerbarer Energie auch in diesem Bereich unter Beweis stellen, so Sharma. Die Entwicklung verläuft in vier Phasen: Nach der Definition von Standortkriterien und einem Pilotprojekt in Zurndorf folgt nun die Standortentwicklung. Phase vier umfasst die regionale Wertschöpfung.

Für Nickelsdorf wurden bereits eine strategische Umweltprüfung und eine Naturverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Auf einem 24 Hektar großen Grundstück der Wirtschaftsagentur Burgenland an der Ostautobahn A4 direkt beim Umspannwerk Zurndorf soll der Campus entstehen.

Grün statt grau: Batterien statt Diesel

Anders als „graue Datencenter“ in der Umgebung setze man hier auf ein grünes Konzept, erklärte Sharma. Ein geschlossener Kühlwasserkreislauf, Batterien statt Dieselaggregate, Abwärmenutzung statt Gasimporte und sinkende Netzkosten sollen den Mehrwert für Region und Bevölkerung sichern.

Auf dem Campus sollen sich Unternehmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, IT, Datensicherheit, Gesundheit sowie Bildung und Forschung ansiedeln. Kommunale Betriebe würden durch zusätzliche Arbeitsplätze profitieren, so Sharma.

Wasserverbrauch bei 20.000 Kubikmetern

Wie viele Arbeitsplätze konkret entstehen, ließ sich laut Sharma noch nicht beziffern. Auch die Zahl der Interessenten und die Investitionskosten sind unbekannt. Das Areal der Wirtschaftsagentur an der Hottergrenze Nickelsdorf und Zurndorf umfasst insgesamt 80 Hektar, ursprünglich war ein Businesspark vorgesehen.

Es handle sich weder um ein Naturschutz- noch um ein Wasserschutzgebiet. Der Wasserverbrauch liege dank des geschlossenen Kreislaufs für die Kühlung der Computerchips bei lediglich 20.000 Kubikmetern. Die Abwärme soll über Fernwärme Haushalte und Gewächshäuser in der Region heizen.

Investoren müssen Kriterien erfüllen

Sharma sprach von „sehr vielen Interessenten“, auch für andere Standorte im Burgenland. Firmennamen nannte er nicht. In dieser Größenordnung sei Nickelsdorf aber das einzige Projekt. Sobald ein Investor die Kriterien erfülle, werde die Öffentlichkeit informiert.

Die Gefahr, dass Interessenten die Auflagen nicht erfüllen wollen und außerhalb des Burgenlands investieren, räumte Sharma ein. Mit Burgenland Energie gebe es ein Datencenter nur unter Einhaltung der Kriterien. Das entscheide, ob ein Projekt dieser Größe komme. Man sei überzeugt, dass die Kriterien das Datencenter zukunftsfähig machten.

Projektgegner verwies er auf den Kriterienkatalog: Die Bevölkerung sei wegen Wasserverbrauch oder lauter Dieselaggregate verunsichert. „Das wird es so nicht geben im Burgenland“, stellte er fest. Er zeigte sich optimistisch, dass das Burgenland in diesem Bereich „neue Benchmarks“ setzen könne.

ÖVP fordert Transparenz

Christoph Zarits, Landesparteiobmann der ÖVP, begrüßte neue Investitionen und Arbeitsplätze grundsätzlich. Er forderte jedoch Transparenz und Informationen über die Investoren, die Zahl der Arbeitsplätze und etwaige Kosten.

Quelle: APA

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