Nickelsdorf erhält Batteriespeicher

Mona HopfingerMona Hopfinger
Batteriespeicher 220 MWh mit Windrädern und Solaranlagen in ländlicher Umgebung
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Burgenland Energie stattet den Photovoltaikpark in Nickelsdorf mit einem Batteriespeicher von über 200 Megawattstunden aus. Gemeinsam mit den bestehenden Windkraftanlagen entsteht eine der größten kombinierten Wind-PV-Speicheranlagen Europas.

Die Burgenland Energie erweitert die erste Photovoltaikanlage Österreichs mit mehr als 100 Megawatt Leistung in Nickelsdorf um einen Batteriespeicher mit über 200 Megawattstunden Speicherkapazität. Zusammen mit den Windkraftanlagen am Standort wird damit eine der größten kombinierten Wind-PV-Speicheranlagen Europas geschaffen.

Der Speicher wird in zwei Phasen errichtet. In der ersten Ausbaustufe entstehen rund 60 Megawattstunden, in der zweiten weitere 160 Megawattstunden Speicherkapazität. Insgesamt werden damit in Nickelsdorf 220 Megawattstunden Batteriespeicherkapazität installiert.

„Wir in Nickelsdorf sind seit Jahren Vorreiter bei den erneuerbaren Energien – und darauf sind wir auch sehr stolz. Neben den Windanlagen und den PV-Anlagen werden wir jetzt auch zum Vorreiter bei der Speicherinfrastruktur im Burgenland und Österreichweit“, so Bürgermeister Gerhard Zapfl.

Sonnenstrom zeitlich flexibel nutzen

Der Speicher hält Strom rund drei Stunden vor – genug, um Sonnenstrom vom Tag oder Windstrom von der Nacht zeitversetzt für den Bedarf von Haushalten und Unternehmen bereitzustellen. Burgenland-Energie-Chef Stephan Sharma sieht darin eine zentrale Aufgabe der Speicher im neuen Energiesystem: Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. „Unser Ziel ist, jede Kilowattstunde, die wir aus Wind und Sonne im Burgenland erzeugen, auch zu nutzen und nicht, wie aktuell Stromerzeugung abzuriegeln“, so Sharma.

Abregelung reduzieren, Importe vermeiden

Aktuell können in den Hybridanlagen mit der kombinierten Nutzung von Wind und Photovoltaik rund 15 Prozent der erneuerbaren Erzeugung aufgrund von Netzengpässen nicht genutzt werden. Batteriespeicher ermöglichen es, diese erneuerbare Erzeugung zukünftig zu nutzen statt abzuregeln.

Die Speicher fangen erneuerbare Erzeugungsspitzen auf, entlasten die Netze und senken Stromimporte. Zugleich erhöht die zusätzliche Flexibilität die Versorgungssicherheit für das Burgenland. „Es macht keinen Sinn, Sonnen- und Windstrom abzuregeln und wenige Stunden später Strom zu importieren“, betont Sharma. Man wolle die im Burgenland erzeugte Energie auch dort nutzen – dafür brauche es Speicher.

Teil der 700-MWh-Speicheroffensive

Nickelsdorf ist das fünfte Batteriespeicherprojekt der Burgenland Energie und Teil der Speicheroffensive Richtung Energieunabhängigkeit 2030. Bis 2027 sollen rund 700 Megawattstunden Speicherkapazität stehen – als dritte Säule neben Wind- und Solarausbau.

Der Speicher besteht aus rund 40 Containern mit etwa 1.600 Modulen, ähnlich einer Heimbatterie, nur industriell. Sharma: „Mit Nickelsdorf zeigen wir, wie das Energiesystem der Zukunft funktioniert: Wir erzeugen unseren Strom selbst, wir speichern ihn selbst und wir nutzen ihn dann, wenn wir ihn brauchen.“

Am Standort: 118 MW Windkraft, 118 MW Photovoltaik, künftig 220 MWh Speicher.

Quelle: https://nickelsdorf.gv.at/unsere-gemeinde/aktuelles-aus-der-gemeinde?posts=6ab64cd1b8dde320d297a576

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