Nico Santos bringt Doppelalbum „POV“ heraus

Der Popsänger veröffentlicht Ende Oktober sein viertes Studioalbum in doppelter Ausführung. Die eine Seite zeigt sich energiegeladen und hoffnungsvoll, die andere persönlich und reduziert. Am 9. November tritt er in der Wiener Stadthalle auf.
Nico Santos präsentiert mit „POV“ ein zweigeteiltes Werk. Das Album erscheint am 30. Oktober und vereint zwei unterschiedliche musikalische Welten. Der 33-Jährige beschreibt einen Teil der Produktion als die persönlichsten Lieder, die er je verfasst habe. „Ich weiß, das sagt man bei jedem Album, aber es ist diesmal wirklich, wirklich, wirklich so“, so der Musiker. Der Nico von vor drei Jahren hätte vermutlich gesagt: „Krass, dass du darüber so offen schreibst.“
Drei Buchstaben, drei Bedeutungen
Der Titel „POV“ steht für verschiedene Konzepte. Das „P“ bedeutet „Personal“ und kennzeichnet die reduzierte Seite des Doppelalbums. Das „O“ steht für „Optimist“, was seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung entspricht. Was das „V“ bedeutet, bleibt vorerst geheim. Nur so viel verrät Santos: Man könne noch mehr Musik erwarten. Das Ganze sei spielerisch entstanden, es sei eine inspirierende Zeit gewesen.
Die meisten Lieder sind über einen Zeitraum von drei Jahren entstanden, manche Ideen seien aber schon älter. Er habe immer mehr Songs geschrieben und irgendwann gemerkt, dass sie ganz schön unterschiedlich klingen würden. Es seien ganz andere Welten an Liedern, aber alle seien ihm zu wichtig gewesen, um sie noch weiter nach hinten zu schieben.
Gegen den Trend zur Single
Ein Doppelalbum zu veröffentlichen, überrascht in einer Zeit, in der die Branche stark auf Singles setzt. Sein Vater sei Jazzmusiker gewesen, seine Mutter Grungemusikerin. Die hätten ihm immer Doppel-LPs vorgespielt, erzählt Santos. Es sei klar gewesen, dass er das auch einmal machen wolle. In der heutigen Musikzeit wisse man ohnehin nichts mehr. Niemand könne einem sagen, womit man durch die Decke gehe – oder nicht. Also solle man zu 100 Prozent das machen, was man am coolsten finde.
Es seien einige experimentierfreudige Lieder auf diesem Album, darauf sei er am meisten stolz. Einen Song – nur mit Liveinstrumenten – habe er alleine produziert. In einem vierminütigen Rapsong lasse er sein ganzes Leben chronologisch Revue passieren. Er habe auch Streicher in Ungarn aufgenommen. Das seien Sachen, die er zum ersten Mal gemacht habe, wo man sich denke: Geil, das kann ich alles machen, weil ich Bock darauf habe.
Vaterschaft verändert Prioritäten
Im Sommer 2024 erlebte der Sänger erstmals das Vaterglück und widmete seinem Kind einen eigenen Song. Die Vaterschaft habe ihn in vielem ruhiger gemacht, die Prioritäten hätten sich für ihn komplett verschoben. Seine Arbeit gehe er inzwischen gelassener an. Denn wenn es einmal ganz schlecht laufe, genüge das Lächeln seines Kindes, und alle Sorgen seien wie weggeblasen.
Show in der Wiener Stadthalle
Einige der neuen Songs wird im Herbst in der Wiener Stadthalle zu hören geben. Man arbeite seit Anfang des Jahres am Programm. Er habe nicht nur eine Karriere als Nico Santos, sondern als Santos im vergangenen Jahr ein Album mit deutscher Musik herausgebracht. Außerdem habe er 20 Jahre in Spanien verbracht. Das heiße, er habe auch viele spanische Einflüsse. All diese Seiten wolle er seinen Fans präsentieren.
Spektakel müsse dabei auch sein: Er wolle natürlich etwas zeigen, das die Leute so vielleicht noch nicht gesehen haben. Die Show solle die Musik aber nicht in den Schatten stellen. Für den Auftritt verspricht Nico Santos daher eine schöne Mitte von beidem.
Quelle: APA
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