Niederösterreich baut ACN-Standorte auf zehn aus

In Niederösterreich soll das Netz der ACN-Standorte bis 2028 auf zehn Einheiten erweitert werden. Derzeit sind sechs Pilotstandorte in Betrieb, die Ausschreibungen für die Erweiterung starten im Herbst 2026.
Niederösterreich plant den Ausbau der sogenannten ACN-Standorte (Acute Community Nurse). Wie FPÖ-Landesrat Martin Antauer mitteilt, sollen bis 2028 insgesamt zehn Standorte in Betrieb gehen. Derzeit gibt es sechs Pilotstandorte in Baden/Leobersdorf, Bruck/Leitha, Haag (Bezirk Amstetten), Stockerau (Bezirk Korneuburg), St. Pölten und Waidhofen an der Thaya.
Die Ausschreibungen für die insgesamt zehn Standorte sollen ab Herbst 2026 erfolgen, der Zuschlag ist bis Jahresende 2026 geplant. Danach folgt die Ausbildung und Auswahl des qualifizierten Akut-Pflegepersonals. Der Regelbetrieb an allen zehn Standorten soll ab 2028 starten.
Doppelqualifikation aus Pflege und Rettungsdienst
Christian Fohringer, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich, stellt klar, dass die Acute Community Nurses keine Notärzte ersetzen. Sie kommen bei Patienten mit akuten pflegerischen Problemen oder raschem Hilfebedarf zum Einsatz. Die ACN verfügen über eine Doppelqualifikation aus diplomierter Gesundheits- und Krankenpflege sowie Notfallsanitäter-Ausbildung.
Heuer wurden ACN von den sechs Standorten mit sieben Einheiten zu knapp 10.000 Patienten entsandt. Seit dem Start des Pilotprojekts im Mai 2020 in Bruck gab es bis dato knapp 49.000 ACN-Interventionen in Niederösterreich, was rund 63.000 Einsatzstunden entspricht.
Vermeidung von Krankenhaustransporten
Nicole Kordina, medizinische Leiterin von Notruf Niederösterreich, bezeichnet das ACN-System als lückenschließende Funktion und zusätzliche Versorgungsressource. Durch die Intervention einer ACN könnten viele Krankenhaustransporte und -aufenthalte vermieden werden.
Pflegedienstleitung Ursula Pechhacker führt aus, dass viele Patienten mit Versorgungsdefiziten, palliativen Schmerzsituationen oder sozialen Problemlagen direkt vor Ort fachgerecht versorgt werden können. Dies führe zu einer höheren Lebensqualität der Patienten.
Landesrat Antauer betont, man sei absolut im Zeitplan und setze um, was im Gesundheitsplan verankert sei. Dieser werde von allen Parteien außer den Grünen mitgetragen. Die wohnortnahe Versorgung werde durch die ACN-Kräfte gestärkt, zudem würden Rettungsdienst und Krankenhäuser entlastet. Zur englischen Bezeichnung merkt Antauer an, man werde demnächst eine deutsche Bezeichnung für die mobilen Akutkräfte finden.
Quelle: OTS
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