Niederösterreich fördert Klimaanpassung in Betrieben

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Niederösterreich und die Wirtschaftskammer NÖ bieten seit Mitte September eine erweiterte Beratung zur Klimawandelanpassung an. Unternehmen können geförderte Unterstützung in Anspruch nehmen, um Risiken durch Extremwetter zu analysieren und Schutzmaßnahmen zu planen.

Extremwetterereignisse wie Hitze, Trockenheit, Starkregen oder Hochwasser können Standorte, Produktionsabläufe und Lieferketten von Unternehmen massiv beeinträchtigen. Um Betriebe besser zu wappnen, haben das Land Niederösterreich und die Wirtschaftskammer Niederösterreich die Ökologische Betriebsberatung um einen neuen Schwerpunkt erweitert. Seit Mitte September können Unternehmen geförderte Beratung zur Klimawandelanpassung in Anspruch nehmen.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont die Bedeutung der Initiative: „Niederösterreich ist ein starker Wirtschaftsstandort. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir uns auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen. Wer rechtzeitig vorsorgt, schützt Betriebe, Arbeitsplätze und unsere Gemeinden.“

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker verweist auf die praktische Relevanz: „Für unsere Betriebe ist Klimawandelanpassung keine abstrakte Frage. Es geht ganz konkret um sichere Standorte, funktionierende Abläufe und den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Zwei Beratungsstufen mit hoher Förderung

Die Kurzberatung dient als erster Risiko-Check. Dabei wird gemeinsam mit Fachleuten erhoben, wie stark ein Betrieb durch Extremwetterereignisse gefährdet ist. Analysiert werden Standort, Gebäude, Infrastruktur, Mitarbeitende, Geschäftsprozesse und Lieferketten. Bis zu acht Beratungsstunden werden zu 100 Prozent gefördert, der Stundensatz liegt bei 110 Euro exklusive Umsatzsteuer.

Die Schwerpunktberatung ermöglicht eine vertiefte Klimarisikoanalyse oder die Entwicklung konkreter Einzelmaßnahmen, etwa eines Hitzeschutzplans. Aus den Ergebnissen werden passende Anpassungsmaßnahmen und ein grober Maßnahmenplan entwickelt. Gefördert werden bis zu 20 Beratungsstunden mit maximal 55 Euro pro Stunde exklusive Umsatzsteuer.

Mögliche Maßnahmen umfassen Hochwasser- und Starkregenschutz, Begrünung, Verschattung, Entsiegelung und Regenwassermanagement sowie die Anpassung von Arbeitsplätzen, Arbeitszeiten und kritischen Betriebs- oder Lieferprozessen. Viele dieser Maßnahmen lassen sich mit bereits geplanten Investitionen oder Sanierungen kombinieren.

Große Nachfrage bei Ökologischer Betriebsberatung

Die neue Schiene baut auf der etablierten Ökologischen Betriebsberatung von Land NÖ und WKNÖ auf. Im Jahr 2025 wurden 478 Beratungen mit einem Fördervolumen von insgesamt 815.000 Euro durchgeführt. Die hohe Nachfrage zeige, dass Betriebe konkrete Begleitung bei ökologischen und wirtschaftlichen Zukunftsfragen annehmen, heißt es.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf erklärt: „Die Folgen des Klimawandels sind längst auch in Niederösterreich spürbar, das zeigen Hochwässer genauso wie Hitze und Trockenheit. Deshalb unterstützen wir Unternehmen ebenso wie Gemeinden dabei, Risiken zu erkennen und wirksame Maßnahmen umzusetzen.“

Quelle: OTS

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