Niederösterreich forciert Forschung zu Wasser und Hochwasser

Mit drei Forschungsprojekten will Niederösterreich die Wasserversorgung sichern und den Hochwasserschutz verbessern. Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) stellte die Initiativen am Donnerstag vor und kündigte weitere Investitionen an.
Das Land Niederösterreich will beim Thema Wasser, Schutz vor Naturgefahren und Sicherung der Ressourcen eine Vorreiterrolle in Österreich und Europa einnehmen. Dieses Ziel gab Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) am Donnerstag bei einem Pressetermin aus, bei dem drei laufende Forschungsprojekte präsentiert wurden. Im Mittelpunkt stehen Hochwasserschutz, Wasserqualität und Gesundheit.
Wasserbaulabor ermöglicht Tests im Originalmaßstab
Im Dream-Wasserbaulabor in Wien, das auch vom Land mitfinanziert wurde, leitet Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) Versuche im Maßstab 1:1. Die Einrichtung liefert Erkenntnisse für Hochwasserschutz, sichere Schifffahrt, nachhaltige Wasserkraftnutzung und ökologische Flussentwicklung, wie Pernkopf in einer Aussendung festhielt.
Bürger helfen bei Dokumentation historischer Hochwässer
Gertrud Haidvogl vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Boku arbeitet in einem zweiten Projekt mit rund 100 Personen aus der Bevölkerung zusammen. Das Citizen-Science-Projekt dokumentiert historische Hochwässer und befindet sich in der Abschlussphase der Datenerhebung, die bis Jahresende abgeschlossen werden soll. 2027 beginnt die wissenschaftliche Auswertung.
An der Karl-Landsteiner-Privatuniversität in Krems beschäftigt sich Claudia Kolm mit der Erkennung von Krankheitserregern und Antibiotikaresistenzen sowie der langfristigen Sicherung der Wasserqualität. Dafür wurde ein eigener Fachbereich zu Wasserqualität und Gesundheit eingerichtet.
160 Millionen Euro für neue Schutzprojekte
Seit 2024 wurden in Niederösterreich 35 Hochwasserschutzprojekte umgesetzt und 37 neu begonnen. In den kommenden zwei Jahren starten 32 weitere Vorhaben mit einem Volumen von 160 Millionen Euro. „Wir müssen den Tropfen dort halten, wo er fällt und unseren Gewässern wieder mehr Platz geben“, erklärte Pernkopf. Ein Drittel der Mittel fließe in Wasserrückhalt und Renaturierung.
Im Bereich Trinkwasser sind 200 Projekte im Bau, 300 weitere in Planung. 100 Trink- und Regenwasserpläne in den Gemeinden seien bereits umgesetzt oder in Ausarbeitung.
Quelle: APA
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