Niederösterreich holt 110 Pflegekräfte aus Vietnam

Das Land Niederösterreich weitet die Kooperation mit Vietnam zur Ausbildung von Pflegekräften aus. 110 weitere Studierende sollen nach Niederösterreich kommen. Derzeit arbeiten bereits 69 vietnamesische Pflegekräfte in niederösterreichischen Einrichtungen.
Bei einem Hintergrundgespräch in St. Pölten präsentierten Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Markus Golla vom IMC Krems und Elisabeth Bräutigam, Vorständin für Medizin und Pflege der NÖ Landesgesundheitsagentur, die Verlängerung der Zusammenarbeit mit Vietnam. Im Fokus standen die bisherigen Erfahrungen und der Beitrag internationaler Fachkräfte zur Pflegesicherung.
„Unser Ziel ist klar: Die Pflegekräfte aus Vietnam sollen dazu beitragen, dass unser Pflegesystem auch in Zukunft aufrechterhalten und weiter verbessert werden kann“, erklärte Teschl-Hofmeister. Es gehe nicht darum, Pflege günstiger zu machen oder heimischen Kräften Arbeit wegzunehmen. Vielmehr handle es sich um Unterstützung und Entlastung für die niederösterreichischen Pflegekräfte.
1,7 Prozent der Pflegekräfte aus Vietnam
Aktuell sind 69 Pflegekräfte aus Vietnam in Niederösterreich tätig – das entspricht rund 1,7 Prozent aller Pflegekräfte. Die Landesrätin betonte, dass es sich um eine ergänzende Maßnahme handle. Trotz vieler neuer Zugangswege zum Pflegeberuf in Niederösterreich – etwa der Wechsel aus der Schule in Pflege und Betreuung oder die neue Pflegelandkarte – reichten selbst alle österreichischen und europäischen Möglichkeiten angesichts der Demografie nicht aus.
Für die vietnamesischen Pflegekräfte gelten dieselben hohen beruflichen Anforderungen wie für österreichische Kolleginnen und Kollegen. Sie lernen bereits in Vietnam Deutsch und müssen die notwendigen fachlichen und sprachlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei gleicher Qualifikation werden sie auch gleich entlohnt. Das Land investiert jährlich 600.000 Euro in das Projekt.
Kleinere Gruppen für bessere Begleitung
Die Landesgesundheitsagentur setzt bei den 110 neuen Studierenden bewusst auf kleinere Gruppen, um eine bessere Begleitung zu ermöglichen. „Das Ankommen und der Dienstantritt sind für die neuen Kolleginnen und Kollegen immer eine besondere Herausforderung“, so Bräutigam. In einem anderen Land sei der Stress noch größer. Fairness und Gleichbehandlung hätten daher höchste Priorität. Ziel sei es, die Mitarbeiterinnen langfristig in Niederösterreich zu halten. Dass einige bereits im örtlichen Kirchenchor mitsingen, zeige die gelungene Integration.
Dialekt als besondere Herausforderung
Golla hob hervor, dass die Politik das Projekt seit dem Start 2023 sehr gut unterstütze. Die Integration funktioniere wunderbar. Eine besondere Herausforderung bleibe die Sprache: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen in Vietnam Hochdeutsch, treffen dann aber auf Dialekt und Pflege-Fachsprache. Bei der Betreuungsqualität gebe es keine Abstriche – es gelte derselbe Qualitätsanspruch wie bei allen anderen Ausbildungen in Österreich. Die nächste Gruppe schließt im Februar ihre Schulausbildung ab.
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