Niederösterreich investiert 17 Millionen in Hochwasserschutz

Mathias FischerMathias Fischer
Michael Schickhofer spricht mit einem Mann in einem Anzug in einem hellen Raum.
© roland paulitsch

Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Infrastrukturminister Peter Hanke präsentierten bei einer Bootsfahrt auf der Donau die Hochwasserschutz-Strategie für Niederösterreich. Vier neue Projekte sind für 2027 und 2028 geplant.

Bei einer Befahrung der Donau informierten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Infrastrukturminister Peter Hanke über den aktuellen Stand beim Hochwasserschutz und bei Renaturierungsprojekten an niederösterreichischen Flüssen. Beide betonten die Wichtigkeit der Maßnahmen und kündigten weitere Vorhaben an.

Seit 2002 haben Hochwasser in Niederösterreich Schäden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Das Hochwasser im Herbst 2024 allein richtete Schäden von rund einer Milliarde Euro an. Im selben Zeitraum wurden massiv Investitionen in den Schutz getätigt: Landesweit wurden rund 800 Projekte umgesetzt, die die Sicherheit in 300 Gemeinden erhöhten.

„Wir wollen Überflutungen vermeiden und Menschen schützen. Deswegen geht der Ausbau weiter, das wurde heute vereinbart“, erklärte Pernkopf. Der Ausbau erfolge durch weitere Hochwasserschutz-Projekte und indem den Flüssen wieder mehr Raum gegeben werde. Entlang der Donau seien seit 2002 bereits 62 Projekte realisiert worden, die sich bei den letzten Hochwassern bewährt hätten.

Vier neue Projekte in Planung

Für 2027 und 2028 sind vier weitere Projekte mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro geplant. Diese betreffen Bad Deutsch-Altenburg, Melk, Neustadtl an der Donau und Krems-Stein.

Neben dem Hochwasserschutz mit Dämmen und mobilen Elementen hob der LH-Stellvertreter die Wichtigkeit von Renaturierungsprojekten hervor. Diese schaffen mehr Raum für den Fluss sowie wertvolle Auenlandschaften und attraktive Naherholungsräume. Als Beispiel nannte er die Auenwildnis Wachau, eines von rund 20 bereits umgesetzten EU-LIFE-Projekten. Drei weitere Renaturierungsprojekte werden derzeit umgesetzt – an der Donau in Schallemmersdorf, an der Pielach und an der Leitha. Ein weiteres Projekt an der Großen Tulln befinde sich in Vorbereitung.

Minister Hanke: Donau ist Lebensader

Bundesminister Peter Hanke bezeichnete die Donau als Lebensader für Österreich. Es gehe um Sicherheit und Hochwasser, aber auch um die Natur. Mittlerweile gebe es Verfahren, um all das zusammenzudenken und umzusetzen. „Das ist ein großartiges Beispiel, wie die Auen-Naturierung hier in der Wachau wirklich über Jahrzehnte funktioniert“, sagte Hanke. Wenn der Fischbestand zurückkomme und Vogelarten sich wieder heimisch fühlten, gleichzeitig aber auch der Hochwasserschutz großgeschrieben werde, sei das ein Erfolg für Natur, Wirtschaft und die Österreicher.

Hanke bekannte sich dazu, bestehende Projekte fortzuführen und sich in den nächsten Jahren entsprechend um die Donau zu kümmern. Man sorge dafür, dass die Investitionen kommen, und das tue allen gut.

Experte: Mehr Fläche gegen Extremereignisse

Universitätsprofessor Helmut Habersack betonte, dass jede Renaturierung einen Vorteil bringe. Während früher ganz kleine Maßnahmen gesetzt worden seien, sei die Gewässervernetzung in der Wachau größeren Umfangs – ein Leuchtturmprojekt auch im europäischen Kontext. Die Donau sei vielfach eingeengt worden, Überflutungsflächen seien weggeschnitten worden und die Hochwasserwelle sei beschleunigt worden.

„Und jetzt im Zusammenhang mit dem Klimawandel, wo wir damit rechnen müssen, dass mehr Extremereignisse auftreten, ist das Gegenteil schon ganz wichtig, nämlich dass wir wieder mehr Fläche zur Verfügung stellen und das Wasser langsamer abfließen kann“, erklärte der Experte.

Quelle: OTS

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