Niederösterreich investiert halbe Milliarde in Gesundheit

Mathias FischerMathias Fischer
Gesundheitsplan Niederösterreich: 500+ Mio. € Investition bis 2028, Zukunft, Euro-Symbol
© Mit KI (Gemini) generiert

Die niederösterreichische Landesregierung setzt ihren Gesundheitsplan 2040+ schrittweise um. In den kommenden zwei Jahren fließen über 500 Millionen Euro zusätzlich ins Gesundheitssystem – ein Plus von mehr als 20 Prozent.

Bei der Regierungsklausur von ÖVP und FPÖ am Donnerstag in St. Pölten stand die Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+ im Mittelpunkt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bezeichnete das Vorhaben als größtes Reformprojekt der Landesregierung. Der Plan sei von Fachleuten erarbeitet und einstimmig beschlossen worden. Niederösterreich verfüge als einziges Bundesland über einen langfristigen Zukunftsplan für die Gesundheitsversorgung, betonte sie.

Das Wohl der Patientinnen und Patienten stehe im Mittelpunkt, so Mikl-Leitner. Man spare nicht an der Gesundheit, sondern gebe in den kommenden beiden Jahren über eine halbe Milliarde Euro mehr aus. Dies entspreche einem Anstieg von mehr als 20 Prozent.

Rettungsnetz wird engmaschiger

LH-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) sprach von der größten Gesundheitsreform des Landes. Der Gesundheitsplan sei der Werkzeugkoffer, um das öffentliche Gesundheitssystem zu stärken. Die ersten Maßnahmen seien bereits umgesetzt, weitere würden folgen. Man habe sich fürs Handeln entschieden, statt weitere Jahre zu diskutieren.

Im Rettungswesen kündigte Mikl-Leitner konkrete Schritte an. Künftig bilden 21 Notarztstützpunkte und 86 Rettungswagenstützpunkte mit Notfallsanitätern das Fundament des Notfallsystems. Niederösterreich verfüge damit über rund fünf Mal so viele Notfallsanitäter wie beispielsweise Oberösterreich. Bis 2028 investiere das Land zusätzlich 20 Millionen Euro ins Rettungswesen. Die Zahl der professionellen Ersthelfer werde von 1.200 auf mindestens 1.500 erhöht.

Erste Verbesserungen bereits spürbar

Eineinhalb Jahre nach der Präsentation des Gesundheitsplans zeigten sich bereits erste Wirkungen, berichtete die Landeshauptfrau. Das Projekt „HerzMobil“, das Menschen mit Herzschwäche zuhause begleitet, starte Anfang 2027 auch im Waldviertel. Nach der Thermenregion und dem Weinviertel sei dies die dritte Region.

Weitere Beispiele seien der Einsatz von OP-Robotern, die 2027 auch im Klinikum Horn zum Einsatz kommen. In Waidhofen an der Thaya starte eine neue, von Pflegefachkräften geführte Station für Menschen, die keine akute medizinische Behandlung mehr brauchen, aber noch nicht nach Hause können. Das NÖ Patientenportal ermögliche künftig den digitalen Abruf von Befunden, Arztbriefen und Röntgenbildern.

Ausbau der Primärversorgung

Landbauer ging auf die Primärversorgungszentren ein. Derzeit gebe es 16 Primärversorgungseinheiten, bis 2028 solle es zumindest in jeder Bezirkshauptstadt eines geben. Dort arbeiten Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten unter einem Dach. Das Ziel seien 30 Primärversorgungseinheiten.

Kinderbetreuung und Asylpolitik

Mikl-Leitner erwähnte auch die Kinderbetreuungsoffensive, die vor vier Jahren gestartet worden sei. Niederösterreich habe sich bei der Betreuungsquote der Zweijährigen vom dritten auf den ersten Platz im Bundesländervergleich vorgearbeitet. Heuer und 2027 kommen rund 120 weitere Kindergartengruppen dazu.

Landbauer kündigte eine Evaluierung aller Asylquartiere in Niederösterreich an. Wo Standorte nicht mehr gebraucht werden, sollen sie geschlossen werden. Der Schutz und die Sicherheit der Niederösterreicher gehen vor, betonte er. Verhaltensregeln für Asylwerber seien in Prüfung und sollen noch bis Ende des Jahres ausgerollt werden. Jeder Asylwerber müsse Verhaltensregeln und Hausordnung unterschreiben, bei Nichteinhaltung drohen Leistungskürzungen.

Donaubrücke im Zeitplan

Abschließend informierte Landbauer über den geplanten Neubau der Donaubrücke Stein-Mautern und die Errichtung der Ersatzbrücke. Das Infrastruktur-Jahrhundertprojekt sei im Zeitplan. Am kommenden Mittwoch werde die Projektwebseite online gehen und eine umfassende Bürgerinformationskampagne starten.

Quelle: OTS

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