Niederösterreich nutzt Fernkälte gegen Hitze

Mathias FischerMathias Fischer
CO2-Reduktion durch Kühlung: Schema zeigt Österreich, Kraftwerk, Bodensee und Gebäude
© Mit KI (Gemini) generiert

In Niederösterreich kommt bereits an mehreren Standorten Fernkälte zum Einsatz. Die Technologie versorgt unter anderem Spitäler und öffentliche Gebäude mit Kühlung, so der ORF.

Das Prinzip der Fernkälte ähnelt jenem der Fernwärme – allerdings in umgekehrter Richtung. In einer zentralen Anlage wird kaltes Wasser produziert und über unterirdische Leitungen zu den Gebäuden geleitet. Dort dient es zur Kühlung.

In St. Pölten wird diese Technologie bereits eingesetzt. Zu den versorgten Einrichtungen zählen der Bahnhof, die University of Applied Sciences und das Universitätsklinikum. Auch die Spitäler in Mistelbach, Mödling und Gänserndorf werden mit Fernkälte gekühlt.

Besonders für große Gebäude und Einrichtungen mit hohem Kühlbedarf kann Fernkälte eine Alternative zu herkömmlichen Klimaanlagen darstellen.

Umweltvorteile gegenüber klassischen Klimageräten

Laut dem Fachverband Gas Wärme gibt Fernkälte keine zusätzliche Wärme ab. Klassische Klimageräte hingegen leiten die Wärme aus den Innenräumen nach außen und können dadurch vor allem in dicht bebauten Gebieten die Umgebung zusätzlich aufheizen.

Beim Energieverbrauch soll die Technologie ebenfalls Vorteile bieten. Nach Angaben des Fachverbands lassen sich gegenüber herkömmlichen Klimageräten bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen. Zudem sind keine einzelnen Klimageräte an den jeweiligen Gebäuden erforderlich.

Österreichweiter Ausbau geplant

Fernkälte wird mittlerweile in mehreren österreichischen Städten verwendet. Neben St. Pölten gibt es größere Projekte in Wien, Graz, Klagenfurt und Linz. Neu dazugekommen ist Bregenz, wo erste Gebäude seit 2025 mit Fernkälte versorgt werden. Dort wird unter anderem kaltes Wasser aus dem Bodensee zur Kühlung genutzt.

Die Fernwärmewirtschaft will laut Fachverband bis 2035 österreichweit insgesamt 193,2 Millionen Euro investieren. Dadurch sollen rund 200 Megawatt zusätzliche Fernkälteleistung entstehen. Mit zunehmenden Hitzeperioden dürfte auch der Bedarf an Möglichkeiten zur Gebäudekühlung weiter steigen.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3366984/

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