Niederösterreich plant größte Turnstunde Österreichs

Mit der Initiative „Bewegt ins neue Schuljahr“ will Niederösterreich die Bewegung an Schulen fördern. Höhepunkt ist eine gemeinsame Turnstunde von 3.500 Schülerinnen und Schülern am 9. Juni 2027 in St. Pölten.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) haben gemeinsam mit Bildungsdirektor Karl Fritthum und Philipp Jelinek ein ganzjähriges Bewegungsprojekt für niederösterreichische Schulen vorgestellt. Am 9. Juni 2027 sollen rund 3.500 Schülerinnen und Schüler im Sportzentrum Niederösterreich in St. Pölten gemeinsam 40 Minuten unter freiem Himmel turnen – Österreichs größte Turnstunde.
Bei der Präsentation am Mittwoch im Niederösterreichischen Landhaus betonte Mikl-Leitner, Niederösterreich solle als Vorreiter für Bewegung und Gesundheit an Schulen gestärkt werden. „Am 9. Juni wollen wir 3.500 junge Menschen zusammenbringen, die gleichzeitig miteinander Sport machen. Aber es geht uns nicht nur um diese 40 Minuten. Die Bewegung beginnt heute und soll die Schülerinnen und Schüler durch das gesamte Schuljahr begleiten“, sagte die Landeshauptfrau.
Vorbereitung mit Übungsvideos ab September
Von September bis Ende Mai stellt Jelinek den teilnehmenden Schulen ein Bewegungsprogramm mit Übungsvideos zur Verfügung. Damit können sich die Schülerinnen und Schüler über Monate auf die gemeinsame Turnstunde vorbereiten. Die Mittelschulen und AHS wurden mit Schulbeginn über die Initiative informiert, eine Anmeldung ist bis Ende April möglich. Für die teilnehmenden Schulen entstehen keine Kosten.
Mikl-Leitner verwies auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, wonach Kinder und Jugendliche durchschnittlich mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag brauchen. „Der beste Gegenpol zu langem Sitzen vor einem Bildschirm ist nicht der erhobene Zeigefinger, sondern die Freude an echter Bewegung“, sagte sie. Wer in die Gesundheit und Entwicklung der Kinder investiere, investiere in deren Zukunft.
Bewegung als Teil guter Bildung
Bildungslandesrätin Teschl-Hofmeister unterstrich den nachhaltigen Ansatz der Initiative. „Bewegung ist kein Zusatz zur Bildung, sondern Teil einer guten Bildung. Bewegungszeit ist keine verlorene Lernzeit. Wer sich bewegt, stärkt nicht nur seine körperliche Gesundheit, sondern auch Konzentration, Selbstvertrauen und soziale Fähigkeiten“, sagte sie.
Niederösterreich könne auf einem breiten Fundament aufbauen: 31 Sportmittelschulen, sechs Sportgymnasien und zwei Bildungsanstalten für Leistungssport werden durch zahlreiche Schulen mit eigenen Schwerpunkten in Bewegung, Sport und Gesundheit ergänzt. Rund 70.000 Schülerinnen und Schüler nehmen jährlich an Schulsportwettkämpfen und Bewegungsprojekten in 37 verschiedenen Sportarten teil. Im Schuljahr 2025/26 beteiligten sich zudem 67 niederösterreichische Schulen an der Täglichen Bewegungseinheit.
Die Aufgabe sei nicht, Kindern vorzuschreiben, wie sie sich bewegen sollen, sondern ihnen die Chance zu geben, die Freude an Bewegung für sich selbst zu entdecken, so Teschl-Hofmeister. Die größte Turnstunde sei ein weithin sichtbarer Höhepunkt eines Bewegungsprojekts, das sich über das gesamte Schuljahr erstrecke.
Bewegung als Grundlage für Lernerfolg
Bildungsdirektor Fritthum bezeichnete Bewegung als Grundlage für die gute Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. „Sie unterstützt das Lernen, fördert die Konzentration und schafft damit bessere Voraussetzungen für den Lernerfolg“, sagte er. Es gehe nicht darum, Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zu produzieren, sondern die Freude an der Bewegung in die Breite zu bringen. „Wenn wir sagen ‚Bewegt ins neue Schuljahr', dann ist das mehr als ein Motto – es ist ein Auftrag“, so Fritthum.
Jelinek betonte, bei der Initiative gehe es vor allem darum, regelmäßige Bewegung im Alltag zu verankern. „Ich bin seit über zwei Jahren in den Schulen unterwegs, und wenn ich sehe, wie schwer sich manche Kinder mit Bewegung tun, dann ist das eine traurige Entwicklung“, sagte er. Entscheidend sei, Kinder für Bewegung zu begeistern. Niederösterreich nehme hier eine Vorreiterrolle ein und leiste damit einen Beitrag für ein gesundes Österreich, wodurch auch das Gesundheits- und Pflegesystem entlastet werde.
Quelle: OTS
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