Niederösterreich schickt neue Biberverordnung in Begutachtung

Mathias FischerMathias Fischer
Biber frisst Zweige am schlammigen Ufer eines Flusses in Österreich.
© Gemeinde Lustenau

In Niederösterreich geht eine neue Biberverordnung in Begutachtung. Die Regelung soll einheitliche Rahmenbedingungen schaffen und bei akuten Schäden schnellere Lösungen ermöglichen.

Die niederösterreichische Landesregierung hat nach Abstimmung mit dem Koalitionspartner eine neue Biberverordnung in Begutachtung geschickt. Naturschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz bezeichnet die Neuregelung als wichtigen Schritt, um Naturschutz, Tierschutz und die Anliegen von Grundeigentümern, Gemeinden, Infrastrukturbetreibern sowie der Land- und Forstwirtschaft in Einklang zu bringen.

„Der Biber ist eine geschützte Art und ein fixer Bestandteil unserer heimischen Natur. Gleichzeitig müssen wir dort rasch handeln können, wo Schäden entstehen oder die Sicherheit von Menschen und Infrastruktur gefährdet wird“, wird die Landesrätin zitiert.

Einheitliche Regeln für ganz Niederösterreich

Die Verordnung soll klare und einheitliche Rahmenbedingungen für das gesamte Bundesland schaffen. Die bisherige Unterscheidung zwischen alpinem und kontinentalem Raum entfällt künftig. Stattdessen gelten landesweit dieselben Regelungen, was für mehr Rechtssicherheit, klare Zuständigkeiten und schnellere Entscheidungen sorgen soll.

Besonders bei Gefahr im Verzug soll die Neuregelung Verbesserungen bringen. Wenn Flächen unterminiert werden, Straßen gefährdet sind oder andere akute Schäden drohen, sollen Betroffene rasche und praktikable Lösungen erhalten, so Rosenkranz. Man habe innerhalb des europäischen Rechtsrahmens das Maximum herausgeholt.

Mehr als 9.000 Biber im Bundesland

Der Biberbestand in Niederösterreich befindet sich laut Landesrätin in einem günstigen Erhaltungszustand. Nach aktuellen Schätzungen leben mittlerweile mehr als 9.000 Biber im Bundesland. Der Erfolg der Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte sei unbestritten, weshalb es heute praktikable und rechtssichere Lösungen für Konflikte zwischen Biber, Mensch und Infrastruktur brauche.

Rosenkranz betont, dass die neue Verordnung keine Abkehr vom Artenschutz darstelle. Wer den Biber langfristig erhalten wolle, müsse auch dafür sorgen, dass Konflikte vor Ort lösbar blieben. Akzeptanz in der Bevölkerung sei eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreichen Naturschutz.

Kritik an gescheitertem Vorstoß auf Bundesebene

Unabhängig von der neuen Verordnung werde Niederösterreich weiterhin für eine Senkung des Schutzstatus des Bibers auf europäischer Ebene eintreten. Mit mehr als 9.000 Bibern allein in Niederösterreich befinde sich die Art in einem günstigen Erhaltungszustand. Ein entsprechender Vorstoß bei der Landesnaturschutzreferentenkonferenz im Mai 2025 sei an den Stimmen der Grünen aus dem Burgenland und der SPÖ aus Wien gescheitert, kritisiert die Landesrätin. Man werde sich weiterhin für eine sachliche Neubewertung auf Basis der tatsächlichen Bestandsentwicklung einsetzen.

Quelle: OTS

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