Niederösterreich schließt Musikschulreform ab

In Niederösterreich ist die größte Musikschulreform abgeschlossen. Durch Zusammenlegungen entstanden größere Verbände – wie jener im Pielachtal-Sierningtal, wo nun 16 statt acht Gemeinden kooperieren, so der ORF.
Beim Besuch in der Musikschule Pielachtal-Sierningtal (Bezirk St. Pölten) am Dienstag war aus allen Räumen Musik zu hören – von Schlagzeug über Gitarre bis zur Flöte. Die Reform hat dort deutliche Veränderungen gebracht: Der Musikschulverband umfasst mittlerweile 16 Gemeinden, zuvor waren es nur acht.
Leiterin Anna Thallauer berichtet von einem massiven Personalzuwachs: „Von ursprünglich 17 Kollegen an der Musikschule Pielachtal gibt es jetzt einen Personalstand von 55 Lehrerinnen und Lehrern, was natürlich auch 55 Meinungen und Zugänge unterschiedlicher Art mit sich bringt, was natürlich auch sehr befruchtend und sehr erfrischend sein kann für ein neues Team.“
Verwaltungskosten sollen sinken
Die Gemeinden tragen etwa 40 Prozent der Kosten und sind finanziell stark belastet. Durch gemeinsame Verwaltung und ein zentrales Sekretariat sollen vor allem in diesen Bereichen Einsparungen erzielt werden. Für Gemeindebundpräsident Hannes Pressl war die Reform überfällig.
Die Kosten seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, so Pressl. Es gehe nicht darum, sofort viel zu sparen, sondern langfristig die Kostensteigerungen zu dämpfen. „Es ist im Moment sogar ein bisschen mehr geworden, was sie zahlen – aber à la longue dämpft sich das System“, erklärt er. Organisatorische Änderungen seien vorgenommen worden.
Bürgermeister Arthur Rasch (ÖVP), Obmann des neu geschaffenen Musikschulverbands Pielachtal-Sierningtal, spürt für seine Gemeinde noch keine finanzielle Entlastung. Nach einem Jahr müsse man prüfen, ob sich die Kosten verändert haben – bisher sei nichts passiert.
Kunstfächer erweitern das Angebot
Die Zusammenlegungen haben das Angebot erweitert, erklärt Tamara Ofenauer-Haas, Geschäftsführerin des Musik- und Kunstschulen Managements. Seit Herbst seien Kunstfächer in den nun als Musik- und Kunstschulen bezeichneten Einrichtungen verfügbar. Man könne Bildende Kunst, Tanz sowie Film- und Medienkunst lernen – eine große fachliche Erweiterung.
Technische Probleme bei der Umstellung
Aktuell gibt es noch Schwierigkeiten mit dem Schulverwaltungsprogramm, auf das alle Musikschulen angewiesen sind. Diese Probleme sollen rasch gelöst werden, wird versichert. „Natürlich gibt es Anfangsschwierigkeiten, aber: Wir sind im täglichen Austausch und Schulungen. Wir sind in guter Zuversicht, dass das auch ein gutes Verwaltungsprogramm werden kann.“
Derzeit sind Musikschulen und Gemeinden hauptsächlich mit der Umstellung beschäftigt. Die finanzielle Erleichterung für die Gemeinden soll sich durch die neue Struktur in den kommenden ein bis zwei Jahren einstellen.
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