Niederösterreich startet Medienkompetenz-Initiative

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Niederösterreich hat die landesweite Initiative „Medienfit in Niederösterreich“ gestartet. Das Programm soll Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken schulen.

Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Karl Fritthum stellten das neue Programm in der Niederösterreichischen Mittelschule Oberwölbling vor. Die Initiative zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.

„Kinder und Jugendliche wachsen mit diesen Angeboten auf und sollten lernen, damit sinnvoll umzugehen“, erklärte Teschl-Hofmeister. Die sozialen Medien böten viele Chancen, junge Menschen sollten aber auch über die damit verbundenen Risiken Bescheid wissen. Digitale Medien könnten suchtverstärkende Wirkungen haben, weshalb Schutz und Kompetenz notwendig seien.

Orientierung am europäischen Modell

Das Konzept orientiert sich an den vier Säulen des europäischen Modells für einen sicheren Umgang junger Menschen mit sozialen Medien. Dazu gehören eine Verzögerung der Nutzung sozialer Medien für Jugendliche, kindgerechte Angebote, der Schutz vor unerwünschten Kontakten und die Vermeidung einer unerwünschten Lokalisierung. Eine wirksame Durchsetzung entsprechender Schutzmaßnahmen sei ebenso wichtig.

Teschl-Hofmeister betonte, dass Niederösterreich nicht abwarten wolle, was die Europäische Union oder die Bundesregierung machen. Das Bundesland wolle hier vorangehen und Schutz mit Bildung verbinden.

Impulse von der Jugendkonferenz

Ein wichtiger Anstoß für die Initiative kam von den Jugendlichen selbst. Bei der vergangenen Jugendkonferenz in St. Pölten sei deutlich geworden, dass sich junge Menschen einen bewussten und sicheren Umgang mit sozialen Medien wünschen, so die Landesrätin.

Herzstück der Initiative ist eine zentrale Website, auf die Lehrkräfte zugreifen können. Je nach Bedarf können kurze Impulse oder Einheiten für eine ganze Unterrichtsstunde ausgewählt werden. Ziel ist es, Jugendliche zu befähigen, bewusste Entscheidungen im Umgang mit digitalen Medien zu treffen.

Angebote für Schulen und Eltern

Neben der Kampagne sind weitere Angebote und Materialien geplant. Auch Elternvorträge sind vorgesehen, um praktische Tipps für den Familienalltag zu geben. „Wir wollen auch das Wissen der Jugendlichen über ihre psychische Gesundheit stärken“, erklärte Teschl-Hofmeister.

Lukas Schneider, Geschäftsführer der Jugend NÖ, hob die Bedeutung konkreter und einfach einsetzbarer Angebote hervor. Die Materialien sollen möglichst unkompliziert einsetzbar sein und sowohl kurze Impulse als auch längere Einheiten bieten. Die Inhalte seien für unterschiedliche Schulstufen und mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten aufbereitet.

Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und Projektleiter von Saferinternet.at, gratulierte Niederösterreich zur europaweiten Vorreiterrolle bei der Initiative.

Medienkompetenz als Querschnittsmaterie

Bildungsdirektor Fritthum verwies auf die zentrale Bedeutung von Medienkompetenz im Schulalltag. Digitale Medien begleiteten Kinder und Jugendliche beim Lernen, in der Freizeit und bei der Informationssuche. Damit eröffneten sich neue Möglichkeiten für selbstständiges Lernen, gleichzeitig seien damit aber auch Risiken verbunden.

Medienkompetenz bedeute auch, analoge und digitale Angebote sinnvoll miteinander zu verbinden. Pädagoginnen und Pädagogen hätten ebenso eine wichtige Funktion wie Eltern und Erziehungsberechtigte. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche nicht von der digitalen Welt fernzuhalten, sondern sie zu einem sicheren, bewussten und verantwortungsvollen Umgang damit zu befähigen“, so Fritthum. Das Thema Medienkompetenz sei eine Querschnittsmaterie und könne in den verschiedensten Unterrichtseinheiten aufgegriffen werden.

Quelle: OTS

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