Niederösterreich vergibt Kulturpreise an 24 Künstler

Das Land Niederösterreich hat am Donnerstagabend im Festspielhaus St. Pölten Kulturpreise in acht Kategorien vergeben. Insgesamt wurden 24 Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, die Preise sind mit insgesamt 152.000 Euro dotiert, so der ORF.
In den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Erwachsenenbildung, Literatur, Medienkunst, Musik, Volkskultur und Kulturinitiativen sowie dem Sonderpreis 2026 für Tanz und Performance wurden jeweils ein Würdigungspreis und zwei Anerkennungspreise verliehen. Die Würdigungspreise sind mit je 13.000 Euro, die Anerkennungspreise mit je 6.000 Euro dotiert. Unabhängige Fachjurys ermitteln jährlich die Preisträgerinnen und Preisträger.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), zuständig für Kultur, übergab die Auszeichnungen am Donnerstagabend auf der Bühne des Festspielhauses. Die Preise sollen das Schaffen und die Werke der Künstlerinnen und Künstler würdigen und sichtbar machen. Gleichzeitig seien die Auszeichnungen ein Bekenntnis des Landes zur Bedeutung von Kunst und Kultur, betonte Mikl-Leitner. „Kunst und Kultur sind eine tragende Säule in der Gesellschaft, unglaubliche Brückenbauer und vor allem eine Stärkung unserer Identität und des Wir-Gefühls“, so die Landeshauptfrau.
Schröder plädiert für zentrales Landesmuseum
Als Gastredner trat Klaus Albrecht Schröder auf, der österreichische Kunsthistoriker und ehemalige Generaldirektor der Albertina. In seiner Rede hob er die Landesausstellung hervor, die heute nur noch von Niederösterreich unter den neun Bundesländern gepflegt werde, als primäres Instrument der Regionalentwicklung. Schröder verwies auf die vielfältigen kulturellen Standorte Niederösterreichs und sprach sich zugleich für ein Landesmuseum aus.
Jedes Mal, wenn ein Künstler in ein monografisches Museum ausgelagert werde, verliere ein zentrales Landesmuseum einen Teil seiner Erzählkraft. „Obwohl Niederösterreich mehr berühmte Künstlerinnen und Künstler zählt als die meisten anderen Bundesländer, addiert sich dieser Reichtum an keinem Ort zu einem kapitalen Gewicht“, sagte Schröder. Niederösterreich brauche heute nicht mehr Museen, sondern vielleicht ein Museum, einen Ort, wo das Land ein Bild von sich selbst entwerfe.
Auszeichnungen in Architektur und Bildender Kunst
In der Kategorie Architektur erhielt archipel architekten, vertreten durch Architekt Johannes Kraus aus Gars am Kamp, den Würdigungspreis. „Für gute Architektur braucht es gute Planung. Und dafür kämpfen wir“, sagte Kraus bei der Preisverleihung. Anerkennungspreise gingen an Leonhard Panzenböck für den Kulturraum Pottenstein an der Triesting sowie an a quadrat Ziviltechniker GmbH & Co KG, vertreten durch Jürgen Heiß, für ein Projekt in Großrußbach.
In der Bildenden Kunst wurde Frenzi Rigling aus Obermarkersdorf mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Ihr Schaffen wird im Frühjahr 2027 in der Landesgalerie in Krems präsentiert. Die Anerkennungspreise erhielten Florian Schmidt, aufgewachsen in Raabs an der Thaya, sowie Katrina Daschner, die in Tullnerbach lebt und arbeitet.
Literatur und Erwachsenenbildung gewürdigt
In der Kategorie Erwachsenenbildung ging der Würdigungspreis an August Breininger aus Baden. Anerkennungspreise erhielten der Verein zur Erforschung, Dokumentation und Präsentation des Werkes Oskar Kokoschkas mit Sitz in Pöchlarn, vertreten durch Obfrau Helene Bergner, sowie der Waldviertler Heimatbund, entgegengenommen von Thomas Winkelbauer, langjährigem Präsidenten, international renommiertem Historiker und Mitglied der Akademie der Wissenschaften.
In der Literatur wurde Georg Bydlinski, der in Mödling lebt und arbeitet, mit dem Würdigungspreis geehrt. Er dankte seiner Frau für die Begleitung im Leben und in der Literatur. Anerkennungspreise gingen an Patricia Mathes, geboren und aufgewachsen in Mödling, sowie an Michael Stavarič, der in Laa an der Thaya aufgewachsen ist.
Medienkunst, Musik und Volkskultur ausgezeichnet
In der Kategorie Medienkunst – Künstlerische Fotografie erhielt Fritz Simak mit Niederösterreich-Bezug zu Niederleis den Würdigungspreis. Er arbeitet seit 50 Jahren analog und freue sich, in der Dunkelkammer seine Ruhe zu haben, wie er scherzte. Anerkennungspreise gingen an Matthias Klos mit Bezug zu Mitterretzbach sowie an Lisa Rastl, aufgewachsen in Wiener Neudorf.
In der Musik wurde die Komponistin Johanna Doderer, wohnhaft in Sitzendorf an der Schmida, mit dem Würdigungspreis geehrt. Ihr nächstes Projekt dreht sich um die Vertonung des Obersees bei Lunz am See. Die Anerkennungspreise gingen an Cordula Bösze mit Bezug zur Musikschule Tulln sowie an Jakob Kammerer, der einen Zweitwohnsitz in Melk hat.
In der Kategorie Volkskultur und Kulturinitiativen erhielt Erhard Mann aus Absdorf im Tullnerfeld den Würdigungspreis. Statt Dankesworten stimmte er mit dem Publikum einen Jodler an. Die Anerkennungspreise gingen an aL!VE – Allentsteiger Lichtspiel Verein, vertreten durch Obmann Reinhard Pölzl, sowie an Uta Maria Matschiner mit Bezug zum Museum St. Valentin.
Sonderpreis für Tanz und Performance
Der Sonderpreis 2026 zeichnete heuer künstlerische Leistungen in der Sparte Tanz und Performance aus, um die besondere Vielfalt und Entwicklungskraft in diesem Bereich sichtbar zu machen. Der Würdigungspreis ging an Michael Birkmeyer, ehemaliger Erster Balletttänzer der Wiener Staatsoper und als Langzeitintendant eng mit dem Festspielhaus St. Pölten verbunden. „Ich habe mich nicht verjagen lassen“, sagte Birkmeyer in seiner Ansprache. Anerkennungspreise erhielten Anna Josephine Holzer aus Pillichsdorf bei Wolkersdorf sowie Dorothea Zeyringer, die in Gaaden aufgewachsen ist.
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