Niederösterreich wird Vorreiter bei Digitalkompetenz

Niederösterreich übernimmt als erstes Bundesland eine zentrale Rolle bei der regionalen Umsetzung der Digitalen Kompetenzoffensive. Land, Bund und ecoplus unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung für digitale Bildungsangebote.
Das Bundesland Niederösterreich, das ecoplus Haus der Digitalisierung und der Bund haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung digitaler Kompetenzen unterzeichnet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, Haus der Digitalisierung Geschäftsführer Claus Zeppelzauer und WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer besiegelten die Zusammenarbeit. Niederösterreich ist damit das erste Bundesland, das eine zentrale Rolle bei der regionalen Umsetzung der Digitalen Kompetenzoffensive (DKO) einnimmt.
Die Kooperation verfolgt das Ziel, bewährte Kompetenzangebote aus Niederösterreich in die bundesweite Initiative zu integrieren und über die DKO-Wirtschaftsplattform sichtbar zu machen. Im Fokus stehen praxisnahe Angebote für Unternehmen, Gründerinnen und Gründer, Tourismus- und Gastronomiebetriebe sowie für Kinder, Frauen, Seniorinnen und Senioren und digitale Einsteigerinnen und Einsteiger.
KI-Strategie und regionale Schwerpunkte
„Niederösterreich will die digitale Entwicklung aktiv mitgestalten. Mit unserer KI-Strategie, dem Haus der Digitalisierung und starken Partnern setzen wir klare Schwerpunkte bei Künstlicher Intelligenz und digitalen Kompetenzen“, betonte Mikl-Leitner. Die Vereinbarung bringe Erfahrungen in eine österreichweite Initiative ein und verbessere den Zugang zu Wissen, Beratung und konkreten Anwendungen.
Pröll erklärte, digitale Transformation gelinge, wenn Menschen die nötigen Kompetenzen erwerben und Technologien selbstbestimmt nutzen. Niederösterreich sei ein starker Umsetzungspartner mit erfolgreichen Formaten und einem breiten Netzwerk. Die Vereinbarung verankere digitale Bildungsangebote regional und mache sie österreichweit besser zugänglich.
Praxisnahe Angebote für Betriebe
Wolfgang Ecker und Johannes Schedlbauer, Präsident und Direktor der Wirtschaftskammer Niederösterreich, unterstrichen, dass kleine und mittlere Unternehmen unkomplizierten Zugang zu digitalen Werkzeugen und konkreten Anwendungen brauchen. Die Zusammenarbeit von Bund, Land, Wirtschaftskammer und Haus der Digitalisierung schaffe eine starke Basis. Entscheidend seien praxisnahe Angebote, die Betriebe bei ihren tatsächlichen Herausforderungen unterstützen.
Das Haus der Digitalisierung bringt mehrere etablierte Formate in die Kooperation ein. Dazu zählt die gemeinsam mit der NÖ Werbung, der WKNÖ und den Tourismusdestinationen umgesetzte Workshopreihe „KI im Tourismus“. Ab Herbst 2026 wird das Format um den Schwerpunkt „KI und digitale Tools für den Gastro-Alltag“ erweitert.
Webinare und Beratungskompetenz
Auch die Webinarreihe „Digitale Tools für Ihr Unternehmen“ von riz up und dem Haus der Digitalisierung sowie das gemeinsame Programm mit Frau in der Wirtschaft „SIE & KI“ sollen in die Zusammenarbeit einfließen. Ergänzt werden die Angebote durch die Beratungs-, Vernetzungs- und Umsetzungskompetenz der Technologie- und InnovationsPartner Niederösterreich – TIP NÖ, einer Initiative des Landes gemeinsam mit der Wirtschaftskammer.
Die bestehenden Formate werden gemeinsam mit dem Bund hinsichtlich ihrer Zielgruppen, Qualitätskriterien und Zugänglichkeit geprüft. Zudem ist eine Zuordnung zum Nationalen Referenzrahmen für Digitale Kompetenzen vorgesehen. Eine gemeinsame Programmgruppe von Bund, Land, Haus der Digitalisierung und den beteiligten Partnerorganisationen soll künftig die inhaltliche Abstimmung begleiten.
KI-Aktionstag in Tulln geplant
Ein weiterer Schwerpunkt ist ein zentraler österreichischer KI-Aktionstag im Haus der Digitalisierung in Tulln. Im November 2026 sollen Bürgerinnen und Bürger Künstliche Intelligenz kennenlernen und ausprobieren können. Geplant sind Workshops, Demonstrationen, Unternehmensbeispiele und Angebote für unterschiedliche Kompetenzstufen. Auch die DKO-Wirtschaftsplattform wird vorgestellt.
Das Haus der Digitalisierung verbreitet den bundesweiten Kompetenzcheck und soll ab Herbst 2026 regelmäßig „Digital Überall“-Workshops ausrichten. Tulln war bereits Teil der Pilotphase in fünf niederösterreichischen Gemeinden und Städten. Auch das Labor für digitale Technologien des Landes soll mit Angeboten zu Programmierung, Robotik, Daten und KI für Kinder, Jugendliche, Familien sowie Pädagoginnen und Pädagogen eingebunden werden.
„Mit der Kooperation vernetzen wir erfolgreiche Formate, erreichen neue Zielgruppen und machen Digitalisierung verständlich und unmittelbar nutzbar“, erklärten die Haus der Digitalisierung Geschäftsführer Lukas Reutterer und Claus Zeppelzauer. Die Angebote orientierten sich an den konkreten Herausforderungen von Betrieben und Bevölkerung und schafften praktischen Mehrwert.
Quelle: OTS
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