Niederösterreich zeichnet Forschende mit Wissenschaftspreisen aus

Das Land Niederösterreich hat am Dienstagabend in Tulln die Wissenschaftspreise 2026 verliehen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf überreichten die Auszeichnungen im Haus der Digitalisierung.
Die Wissenschaftspreise 2026 wurden am Dienstagabend im Haus der Digitalisierung in Tulln vergeben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ehrten Forscherinnen und Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Das Land vergibt die Auszeichnungen jährlich.
Mikl-Leitner unterstrich die Wichtigkeit einer breiten Forschungslandschaft angesichts globaler Herausforderungen. „Für Antworten auf Fragen rund um die Nutzung Künstlicher Intelligenz, neuer Therapien oder auch sicherer Energieversorgung und des Klimaschutzes braucht es die ganze Vielfalt der Wissenschaft“, erklärte sie.
„Mission Nobelpreis“ als Ziel
In den vergangenen Jahrzehnten habe Niederösterreich massiv in wissenschaftliche Einrichtungen investiert, darunter das ISTA Klosterneuburg und MedAustron in Wiener Neustadt. Dadurch habe sich das Bundesland als international anerkanntes Wissenschaftsland etabliert. „Über all diesen Einrichtungen steht ein gemeinsames Ziel: die Mission Nobelpreis“, sagte Mikl-Leitner. Dies sei Ausdruck des Strebens nach Exzellenz, „denn mit Mittelmäßigkeit werden wir die großen Herausforderungen nicht stemmen können“.
Exzellenz bedeute, die besten Forscherinnen und Forscher sowie optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. „Denn Wissenschaft schafft Innovation, Innovation bringt neue Technologien, neue Produkte, Prozesse und Verfahren mit sich – und damit neue, zukunftsträchtige Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand für uns alle“, so die Landeshauptfrau.
Wissenschaftsvermittlung gegen Fake News
Besonderen Stellenwert habe in Niederösterreich die Wissenschaftsvermittlung. „Wissenschaft ist schwer erklärbar, sie muss erlebbar sein. Deshalb bringen wir sie mit Initiativen wie dem Haus der Wildnis, dem VISTA am ISTA und dem Forschungsfest zu den Menschen“, führte Mikl-Leitner aus. Dabei gehe es ums Entdecken, Experimentieren und Hinterfragen.
Letzteres sei in einer Welt von Social Media und Fake News besonders wichtig. „Wissenschaft stärkt die Fähigkeit, zu hinterfragen, und ich wünsche mir, dass Menschen Dinge hinterfragen, Zusammenhänge verstehen und sich eine eigene Meinung bilden können. Das ist der beste Schutz vor Manipulation“, zeigte sich die Landeshauptfrau überzeugt.
Neue Wege in der Vermittlung
Auch LH-Stellvertreter Pernkopf bezeichnete die Wissenschaftsvermittlung als „Gebot der Stunde“, um Ängsten vor neuen Entwicklungen entgegenzuwirken. Niederösterreich beschreite mit Formaten wie dem Forschungsheurigen „Heureka“, der Langen Nacht der Forschung oder dem Science Center im Haus der Digitalisierung neue Wege. „Unlängst war auch die MS Wissenschaft bei uns – ein Schiff, das von Deutschland nach Österreich gefahren ist zum Thema ‚Zukunft der Medizin'. Damit haben wir wieder tausende junge Menschen erreicht“, verwies er auf ein weiteres Beispiel.
Dass alle großen Universitäten mittlerweile Standorte im Bundesland aufgebaut hätten, zeige die starke Positionierung Niederösterreichs als Wissenschaftsland. „Das spricht für eine hervorragende Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und zeigt deutlich: Wissenschaft und Forschung stehen wie kein zweiter Bereich für Internationalität und Weltoffenheit“, so Pernkopf.
Freiheit der Forschung als unumstößliches Gut
Neben Planungssicherheit sei vor allem die Freiheit der Forschung ein unumstößliches Gut, unterstrich Pernkopf. „Eine Wissenschaft ohne Freiheit kann es nicht geben. Und eine Demokratie ohne die Freiheit der Wissenschaft wird es auch nicht geben“, stellte er klar. Die Politik müsse als Schutzpatron agieren, „denn alle Transformationen, die in unserer Gesellschaft vor uns liegen, können nur durch Wissenschaft und Forschung gelöst werden“.
Die Preisträgerinnen und Preisträger
Den „Wissenschaft Zukunft Preis 2026“ für Top-Leistungen junger Akademikerinnen und Akademiker am Beginn ihrer Karriere erhielten: Leona Kohl und Luca Lippert (Masterarbeiten, Universität Wien), Georg Rabl (Masterarbeit, Universität für Bodenkultur Wien), Felix Neudecker (Dissertation, PhD, Universität für Bodenkultur Wien) und Sophia Steinbacher-Haid (Dissertation, PhD, TU Wien, Karl Landsteiner Privatuniversität und ICC Water & Health).
Den „Preis für Innovative Hochschullehre 2025“ der Abteilung Wissenschaft und Forschung des Landes Niederösterreich erhielten Isabell Grundschober und Heidrun Mauer für die Lehrveranstaltung „DigiWerkstatt – Ein hochschulübergreifendes kooperatives Lernmodell mit realen kommunalen Challenges“.
Die Anerkennungspreise 2026 gingen an Roland Bernhard (Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich), Maria Ibanez (Institute of Science and Technology Austria), Julia Mourao Permoser (Universität für Weiterbildung Krems) und die Forschungsgruppe Translational Radiobiology (MedAustron, Medizinische Universität Wien).
Die Würdigungspreise 2026 erhielten Johann Georg Danzl (Institute of Science and Technology Austria) und Georg Gübitz (IFA-Tulln, Universität für Bodenkultur Wien).
Alle Details sind online auf www.noe.gv.at/wissenschaftspreisverleihung verfügbar.
Quelle: OTS
Worüber spricht Tulln morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.