Niedrigwasser: Kärntner Seen bereiten Probleme für Schifffahrt

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Ossiacher See liegt derzeit rund 20 Zentimeter unter dem üblichen Wasserstand. Die Schifffahrtsbetreiber müssen an den Anlegestellen Ausgleichsmaßnahmen treffen, um sicheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, so der ORF.

Heuer fiel um fast ein Fünftel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Die Folge: Die Wasserstände der Kärntner Seen sinken. Der Ossiacher See weist aktuell einen Pegel von rund 94 Zentimetern auf – normalerweise liegt er fast 20 Zentimeter höher.

Die MS Ossiach fährt nach wie vor täglich ihre Route und kann an allen Stegen anlegen. Doch die niedrigen Wasserstände führen zu Problemen: An den Anlegestellen entstehen hohe Stufen, die das Ein- und Aussteigen erschweren.

Anpassungen an Bug-Anlegestellen bereits erfolgt

Der Schifffahrtsbetreiber hat bereits begonnen, das Niveau anzugleichen. Kapitän Daniel Ronacher erklärte, dass unterschiedliche Anlegestellen verschiedene Bauhöhen hätten. Man müsse Vorkehrungen treffen, um gefahrloses Boarding zu garantieren.

„Was wir schon adaptiert haben, sind diverse Bug-Anlegestellen rund um den See. Das heißt, wir fahren mit dem Bug vom Schiff direkt an die Anlegestelle ran. Die Gangway vorne ist extrem mobil und gleicht im Prinzip den Höhenunterschied aus“, so Ronacher.

Rollstuhlrampen zu steil – schwimmende Stege als Lösung?

Bei seitlichen Anlegestellen sind die Rampen für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer mittlerweile zu steil. Eine mögliche Lösung wären schwimmende Stege, die sich automatisch an den Wasserstand anpassen. Allerdings stelle ein solcher Umbau einen Eingriff in die Natur dar und sei mit großen bürokratischen Hürden verbunden, erklärte Ronacher.

Auch am Weißensee wird der Pegel genau beobachtet. Betreiber Hans Winkler überlegt bereits, was bei weiter sinkendem Wasserstand zu tun sei: „Dann müssen wir kreativ werden und mit unseren Firmen vor Ort Vorrichtungen an den Stegen montieren, damit die Leute sicher ein- und aussteigen können.“

Verdunstung lässt Pegel langsam sinken

Noch bleibt etwas Zeit: Ein Seepegel sinkt deutlich langsamer, als er steigt. Helmut Malle vom hydrografischen Dienst des Landes Kärnten erläuterte, dass der Ossiacher See eine Fläche von 10,7 Quadratkilometern habe. Damit der Pegel um zehn Zentimeter steige, brauche es rund 100 Millimeter Niederschlag.

„Das ist bei einem Hochwasser binnen zwölf und 18 Stunden möglich. Das ist dann natürlich schon ein massives Niederschlagsereignis“, so Malle. „Damit sich der Seewasserstand um zehn Zentimeter senkt, dauert es so ungefähr einen Monat durch die Verdunstung.“

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3364664/

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