Niedrigwasser legt Ausflugsschiffe in Salzburg lahm

Wegen des niedrigen Wasserstands müssen Schiffsbetreiber in Salzburg ihr Angebot einschränken. Die „Amadeus“ auf der Salzach fährt nur noch verkürzte Strecken, am Wolfgangsee ist eine Anlegestelle nicht mehr für alle Schiffe erreichbar.
Die anhaltende Trockenheit macht der Schifffahrt in Salzburg zu schaffen. Der Betreiber des Ausflugsschiffs „Amadeus“ auf der Salzach kann seit einigen Tagen nur noch ein stark reduziertes Programm anbieten. Auch am Wolfgangsee gibt es seit Kurzem Einschränkungen bei der Linienschifffahrt. Von einer dramatischen Lage wollen die Betreiber allerdings noch nicht sprechen.
Erich Berer, Betreiber der „Amadeus“, bestätigte gegenüber der APA, dass der Wasserstand so niedrig sei wie seit der Anschaffung des Schiffs vor 25 Jahren nicht. Das Boot sei derzeit nur noch drei- bis viermal täglich im Einsatz, statt wie üblich bis zu siebenmal. Die komplette Strecke bis zur Anlegestelle Hellbrunn könne nicht mehr befahren werden. Aktuell seien nur wenige hundert Meter flussaufwärts möglich.
Zur Hochsaison sei man normalerweise ausgebucht, nun gebe es erste Stornierungen, so Berer. Er versuche, Gäste auf seinen Amphibienbus umzubuchen, der im Rückstaubereich des Kraftwerks Lehen unterwegs ist und dort ausreichend Wasser unter dem Rumpf habe.
Betreiber hofft auf Regen
Berer geht davon aus, dass es sich beim derzeitigen Niedrigwasser um eine Einzelerscheinung handelt. Normalerweise reagiere der Pegel der Salzach stark auf Niederschlag oder Gewitter im Gebirge, diese seien zuletzt sehr selten gewesen. Zudem habe es heuer im Winter zu wenig Schnee und Schmelzwasser gegeben. Ein bis zwei Tage Regen würden ausreichen, um das Problem zu lösen, so der Schiffsbetreiber. Auch wenn die Salzach-Kraftwerke flussaufwärts verstärkt Wasser durch die Turbinen lassen, sei genügend Durchfluss für den Schiffsbetrieb vorhanden.
Laut dem Hydrologischen Informationssystem des Landes Salzburg (HYDRIS) liegen die Tagesmittel des Wasserstands der Salzach in der Stadt Salzburg deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Nur an wenigen Tagen wurden heuer die Minimalwerte der vergangenen 13 Jahre nicht unterschritten.
Technische Lösungen in Planung
Obwohl die „Amadeus“ nur 40 Zentimeter Tiefgang hat und statt mit Schiffsschraube mit einem Wasserstrahlantrieb ausgerüstet ist, denkt Berer über eine weitere Reduzierung des Tiefgangs nach. Möglich wäre eine Verlängerung des Boots um rund 1,5 Meter oder der Einsatz von Luftkissen, die noch einmal bis zu 20 Zentimeter Spielraum schaffen könnten. Diese Lösungen kämen aber erst dann zum Einsatz, wenn sich die Situation über Jahre nicht verbessere.
Auch Wolfgangsee betroffen
Die Wolfgangseeschifffahrt berichtete am Mittwoch ebenfalls von ersten Einschränkungen. Hauptbetroffen vom niedrigen Wasserstand ist – wie bereits in vergangenen Jahren – die Anlegestelle in Strobl (Flachgau). Aktuell könne nur ein Schiff der Flotte Strobl ansteuern, sagte Eva Hübl, Sprecherin der Salzburg AG Tourismus GmbH. Wer von St. Gilgen nach Strobl wolle, müsse in St. Wolfgang umsteigen. Insgesamt sei der Verkehr derzeit sichergestellt, man beobachte Pegel und Wasserstände aber genau.
Quelle: APA
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