Nistkästen jetzt reinigen und reparieren

Mona HopfingerMona Hopfinger
Holz-Nistkasten mit Moos und Zweigen für Tiere an einer Holzwand befestigt
© H. Kurz, G. Fuß

Der Herbst ist die ideale Zeit, um Nisthilfen im Garten zu säubern und instand zu setzen. Der Naturschutzbund Oberösterreich rät, alte Nester samt Parasiten zu entfernen, bevor Wintergäste einziehen und die Brutsaison beginnt.

Um die Vogelbrut im kommenden Jahr vor Krankheitserregern zu schützen, sollten alte Nester mitsamt den darin lebenden Parasiten wie Vogelflöhen, Milben und Zecken sowie alte Eier oder tote Küken aus den Nistkästen entfernt werden. Zudem können die leeren Kästen dann zum Überwintern genutzt werden, erklärt der Naturschutzbund.

Herbst ist optimaler Zeitpunkt

Für die Reinigung und eventuelle Reparatur der Nistkästen ist der Herbst die optimale Zeit, da die Kästen jetzt noch weitgehend frei von Nachmietern sind. Sobald der Spätherbst kommt, richten sich viele Kleintiere für das Winterhalbjahr in den Vogelnistkästen ein. Zu den Gästen zählen Ohrwürmer, Florfliegen, Schmetterlinge, Wespen- und Hummelköniginnen sowie diverse Mäusearten. Auch Kleinvögel suchen in eisigen Winternächten gern Unterschlupf in den Nisthilfen.
Da Höhlen- und Halbhöhlenbrüter ihr altes Nest nicht entfernen, sondern das neue darauf setzen, wird der Platz im Nistkasten rasch knapp. Beutegreifer haben dann leichtes Spiel und können Eier oder Jungvögel aus den überfüllten Höhlen holen. „Schon alleine deshalb macht die jährliche Entleerung Sinn“, so die Biologin Heidi Kurz.

Richtige Reinigungsmethode

Beim Saubermachen dürfen niemals scharfe chemische Reinigungsmittel oder gar Desinfektionsmittel verwendet werden. Ein gründliches Ausputzen mit Schaber oder kleinem Besen genügt. Als Zusatztipp rät der Naturschutzbund, Anissamen 30 Minuten lang in hochwertigem Bio-Öl auf 60 Grad Celsius zu erhitzen und die Kästen damit auszupinseln – das vertreibt Lästlinge.

Nistkästen als Winterquartier

Auch das Aufhängen neuer Nistkästen sollte nicht bis zum Frühjahr warten. Zahlreiche Vögel überwintern bei uns und finden in klirrend kalten Nächten kaum natürliche Höhlen und Nischen. Sie weichen deshalb auf künstliche Nisthilfen aus.
Selbst die widerstandsfähigsten Arten schätzen eine warme Schlafstube, und mitunter rettet sie ihnen im Winter das Leben. Weil Vögel dauerhaft eine Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad halten müssen, mehr als Säugetiere, zehren sie in der kalten Jahreszeit stark an ihren Fettreserven. Sie magern rasch ab und sind oft geschwächt, eine eisige Nacht auf einem ungeschützten Zweig wird da leicht zur Gefahr. „Von Zaunkönigen weiß man, dass sie sich im Winter gegenseitig in Nistkästen wärmen“, so der Naturschutzbund.

Alternative zum Winterende

Wer die Reinigung jetzt nicht mehr schafft, kann sie auch erst zum Winterende erledigen, unmittelbar vor der Brutzeit. Den idealen Zeitpunkt zu erwischen, ist dann jedoch knifflig: Manche Vögel starten sehr früh ins Brutgeschäft, zugleich droht man, die im Kasten überwinternden Tiere aus dem Winterschlaf zu reißen.

Falls bei der Nistkastenreinigung auf Kleinsäuger gestoßen wird, können diese mit einem Bildnachweis auf der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes oder der gleichnamigen App am Smartphone unter www.naturbeobachtung.at gemeldet werden.

Im Shop des Naturschutzbundes Oberösterreich finden sich unterschiedliche Nistkastentypen als Bausatz zum Selberbauen oder bereits fertig zusammengebaut.

Quelle: https://naturschutzbund-ooe.at/newsreaderpresse/items/jetzt-nisthilfen-im-garten-saubermachen-reparieren-und-erneuern-2.html

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