NÖ-Arbeitslosenquote unter Österreich-Schnitt

Ende Oktober waren in Niederösterreich 46.507 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Quote von 6,6 Prozent liegt dennoch unter dem Bundesschnitt von 7,3 Prozent.
Rund 662.000 Menschen standen Ende Oktober in Niederösterreich in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis. Beim AMS waren zu diesem Zeitpunkt 46.507 Personen als arbeitslos registriert – das entspricht einem Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Oktober 2025. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,6 Prozent, bleibt aber weiterhin unter dem österreichweiten Wert von 7,3 Prozent.
Inklusive Personen in Schulungsmaßnahmen suchten 56.859 Menschen einen Job – ein Zuwachs von 5,2 Prozent. Österreichweit stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1,3 Prozent. Die Beschäftigung lag um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wobei die Zahl der beschäftigten Frauen leicht zunahm (+0,4 Prozent auf 298.000), jene der Männer hingegen sank (-0,5 Prozent auf 364.000).
Frauen und Ältere stärker betroffen
Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen an: Mit einem Plus von 9,6 Prozent (1.963 Personen) fiel der Anstieg deutlich höher aus als bei Männern (+3,7 Prozent bzw. 853 Personen). Auch bei Personen ab 50 Jahren wurde ein Zuwachs von 8,4 Prozent verzeichnet, im Haupterwerbsalter von 5,5 Prozent und bei Jugendlichen bis 24 Jahre von 4,4 Prozent auf insgesamt 4.886 Personen.
Nach Branchen zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen: Während in der Herstellung von Waren (+5,5 Prozent), im Bauwesen (+3,0 Prozent) und in Beherbergung und Gastronomie (+2,7 Prozent) die Anstiege moderat ausfielen, waren Gesundheits- und Sozialwesen (+17,0 Prozent bzw. 247 Personen), öffentliche Verwaltung (+14,2 Prozent bzw. 304 Personen) und Handel (+8,4 Prozent bzw. 683 Personen) stärker betroffen. Im Gesundheitsbereich hängt der Anstieg mit einem starken Beschäftigungswachstum zusammen, wobei kurze Arbeitslosigkeitsphasen bei Jobwechseln eine Rolle spielen.
Lehrstellenmarkt mit positivem Signal
Ein Lichtblick zeigt sich am Lehrstellenmarkt: Mit 1.102 offenen Lehrstellen wurde ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Insgesamt meldete das AMS Niederösterreich Ende Oktober 11.875 offene Stellen – ein Rückgang von 5,4 Prozent. Besonders stark sanken die Stellenangebote im Handel (-20,3 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (-17,7 Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (-17,0 Prozent). Einen Zuwachs verzeichneten hingegen die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, insbesondere Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung, mit einem Plus von 21,7 Prozent bzw. 596 Stellen.
Langzeitarbeitslosigkeit steigt deutlich
Aktuell sind 8.016 Personen beim AMS Niederösterreich als langzeitarbeitslos vorgemerkt. Der Anstieg von 27,1 Prozent fällt erstmals seit August stärker aus als im Bundesschnitt (+21,5 Prozent). Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ, erklärt: „Mit der anhaltend steigenden Arbeitslosigkeit baut sich auch Langzeitarbeitslosigkeit auf. Mit Blick auf die schwache Konjunktur sehen wir hier noch keine Trendwende.“
Besonders betroffen sind Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen – ihr Anteil an allen Langzeitarbeitslosen liegt bei 48 Prozent. Dennoch gelang heuer 2.354 Personen, die bereits ein Jahr lang vom AMS betreut wurden, der Wiedereinstieg in Beschäftigung. Davon hatten 533 gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen.
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz betont: „Entscheidend ist, Arbeitslosigkeit möglichst rasch zu beenden, damit Langzeitarbeitslosigkeit gar nicht erst entsteht. Dafür braucht es vor allem gezielte Qualifizierung und Weiterbildung.“ Wo sich Arbeitslosigkeit verfestigt, setze das Land gemeinsam mit dem AMS gezielte Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ein.
Quelle: OTS
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