NÖ Exporte 2025 leicht rückläufig auf 28,34 Milliarden Euro

Mathias FischerMathias Fischer
Erde mit Container "Exporte NÖ 28,34 Mrd. €" auf dem Kopf, Herausforderungen und Chancen im Welthandel
© Mit KI (Gemini) generiert

Niederösterreichs Unternehmen haben im Jahr 2025 Waren im Wert von 28,34 Milliarden Euro exportiert. Das bedeutet laut vorläufigen Zahlen der Statistik Austria einen Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die niederösterreichischen Exportunternehmen haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 28,34 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Das entspricht einem Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zu 2024, wie aus vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht. Im Bundesländervergleich hält Niederösterreich weiterhin den dritten Rang.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, und Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich, sehen die Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen als widerstandsfähig. Geopolitische Krisen, Handelskonflikte und wirtschaftliche Herausforderungen würden die Unternehmen jedoch stark belasten. Nötig seien wettbewerbsfähige Standortbedingungen, Bürokratieabbau, leistbare Energie und eine aktive europäische Handelspolitik.

Deutschland wichtigster Markt – USA-Exporte brechen ein

Die fünf wichtigsten Exportmärkte für Niederösterreich waren 2025 Deutschland, Ungarn, Italien, Tschechien und Polen. Während die Ausfuhren nach Ungarn um 0,5 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, nach Italien um 3,7 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro, nach Tschechien um 2,1 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro und nach Polen um 1,0 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zulegten, sanken die Exporte nach Deutschland um 3,3 Prozent. Mit 7,4 Milliarden Euro bleibt Deutschland dennoch der wichtigste Handelspartner.

Besonders stark fielen die Exporte in die Vereinigten Staaten: Sie gingen um 17,9 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zurück. Als Grund werden die handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zollpolitik genannt, die Investitions- und Handelsentscheidungen belastet hätten.

Gemischte Entwicklung bei Exportwarengruppen

Die fünf wichtigsten Exportwarengruppen Niederösterreichs sind Maschinen und mechanische Geräte, elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren, mineralische Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse, Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge sowie Waren aus Eisen oder Stahl. Während elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren um 1,8 Prozent sowie Waren aus Eisen oder Stahl um 5,8 Prozent zulegten, verzeichneten Maschinen und mechanische Geräte ein Minus von 8,1 Prozent, mineralische Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse von 4,3 Prozent sowie Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge von 6,2 Prozent.

Forderung nach einfacheren Exportbestimmungen

Landeshauptfrau Mikl-Leitner sieht Handlungsbedarf im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Europa investiere angesichts der aktuellen Bedrohungslage so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr in seine Sicherheit und Verteidigung. Damit heimische Firmen von diesen Investitionen profitieren könnten, brauche es dringend einfachere Exportbestimmungen. Die Betriebe verfügten über das Know-how und die Innovationskraft, benötigten aber klare Rahmenbedingungen.

WKNÖ-Präsident Ecker sieht in den seit Herbst 2025 und im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossenen EU-Handelsabkommen, unter anderem mit Indien, große Chancen. Diese Abkommen seien für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Niederösterreich eine Win-win-Situation. Die Betriebe erhielten dadurch Zugang zu neuen Wachstumsmärkten. Die Außenwirtschaftsabteilung in Niederösterreich und das weltweite Netzwerk der Aussenwirtschaft Austria mit mehr als 100 Stützpunkten unterstützten die Unternehmen bei der Erschließung dieser Märkte.

IV-NÖ-Präsident Ochsner betont, dass viele Unternehmen mit hohen Kosten, schwachen Margen und zunehmender Unsicherheit kämpften. Neue Handelsabkommen und zusätzliche Märkte seien wichtig, nützten jedoch nur, wenn Betriebe von Österreich aus zu wettbewerbsfähigen Bedingungen produzieren könnten. Dafür brauche es international konkurrenzfähige Standortkosten, massiven Bürokratieabbau und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen.

Chancen in Südosteuropa und Ukraine

Der europäische Binnenmarkt biete den heimischen Betrieben große Wachstumschancen, erklären die drei Vertreter. Viele europäische Staaten investierten massiv in ihre Infrastruktur. Die Expo 2027 in Belgrad biete eine hervorragende Möglichkeit, Niederösterreichs Wirtschaft noch stärker in Südosteuropa zu positionieren. Besonders die EU-Beitrittsperspektiven von Montenegro und Albanien seien langfristig vielversprechend.

Großes Potenzial sehen Mikl-Leitner, Ecker und Ochsner auch beim Wiederaufbau der Ukraine. Die Exporte in die Ukraine seien trotz des Krieges um rund 26 Prozent gestiegen. Das zeige, welches Potenzial im künftigen Wiederaufbau stecke. Niederösterreichische Unternehmen verfügten über Know-how in Infrastruktur, Energie, Umwelttechnik und Industrie.

Quelle: OTS

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