NÖ Feuerwehr im Waldbrand-Einsatz auf Sardinien

25 freiwillige Feuerwehrleute aus Niederösterreich bekämpfen seit rund einer Woche Waldbrände auf Sardinien. Bei Temperaturen über 40 Grad und starkem Wind lernen sie von den erfahrenen sardischen Kollegen neue Einsatztaktiken, so der ORF.
Die zweite Gruppe niederösterreichischer Feuerwehrkräfte ist derzeit auf der italienischen Insel im Einsatz. Aufgrund der extremen Hitze und der damit einhergehenden Brandgefahr werden die 25 Freiwilligen regelmäßig zu Bränden in Wäldern und Vegetation gerufen. Dort arbeiten sie Seite an Seite mit den sardischen Einheiten.
Die Bedingungen sind für die Helfer äußerst anspruchsvoll: Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten über 30 km/h und das oft stark hügelige Terrain fordern die Einsatzkräfte körperlich massiv.
Sardische Taktik setzt auf Wassersparen
Stephan Steller, Teamleader von der Feuerwehr Krems, berichtet: „Das teils hügelige Terrain ist konditionell durchaus fordernd. Die sardische Taktik, die auf einen extrem sparsamen Umgang mit dem Löschwasser ausgelegt ist, ist sehr interessant und funktioniert in diesem Gelände sehr gut. Die Disziplin ist sehr hoch, die Stimmung in der Mannschaft überragend.“
Besonders die unterschiedlichen Strategien bei der Brandbekämpfung machen den Aufenthalt für die österreichischen Feuerwehrleute lehrreich. Die sardischen Kollegen verfügen durch die häufig auftretenden Brände über umfangreiche Erfahrung. Der gezielte und äußerst sparsame Einsatz von Löschwasser sowie die an Gelände, Wind und Vegetation angepassten Vorgehensweisen stehen im Zentrum des fachlichen Austauschs.
Forstbehörde koordiniert Brandbekämpfung
Auch organisatorisch unterscheidet sich die Waldbrandbekämpfung auf Sardinien deutlich von den niederösterreichischen Strukturen. Eine zentrale Rolle spielt die Forstbehörde, die hauptsächlich für die Brandbekämpfung verantwortlich ist und dafür Löschmannschaften sowie Löschfahrzeuge bereitstellt. Die niederösterreichischen Kräfte arbeiten eng mit den lokalen Einheiten zusammen und erhalten so direkten Einblick in deren Organisation und Strategien.
Auch die Agentur Forestas, die sich dem Schutz und der Bewirtschaftung von Wald, Flora und Fauna widmet, ist in die Waldbrandbekämpfung eingebunden. Die Dimensionen der sardischen Waldbrandvorsorge und -bekämpfung sind beachtlich: Auf der Insel gibt es 155 Feuerbeobachtungsstationen mit 270 Beobachtern. Dazu kommen 223 Stützpunkte für die Brandbekämpfung.
Wissen für Niederösterreich
Karl-Heinz Greiner, Bezirksfeuerwehrkommandant aus Wiener Neustadt und Leiter des diesjährigen EU-Hilfseinsatzes für die niederösterreichischen Kräfte, erklärt: „Hier auf Sardinien können wir unmittelbar erleben, mit welchen Strategien und Taktiken die Einsatzkräfte diesen Herausforderungen begegnen. Diese Erfahrungen nehmen wir mit nach Hause, analysieren sie und entwickeln daraus Ansätze, die wir an die Gegebenheiten in Niederösterreich anpassen können.“
Auch in Niederösterreich sei man mit einer steigenden Zahl an Wald- und Vegetationsbränden konfrontiert. Für das Kontingent endet der Aufenthalt auf Sardinien am Samstag. Die 25 Feuerwehrmitglieder treten gemeinsam mit den Einsatzfahrzeugen die Heimreise an. Die Route führt zunächst nach Olbia, von wo die Mannschaft mit der Fähre auf das italienische Festland übersetzt. Nach der Ankunft in Livorno geht es auf dem Landweg weiter nach Tulln.
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