NÖ Industrie kritisiert geplante Lkw-Maut im Burgenland

Mathias FischerMathias Fischer
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Die Wirtschaftskammer Niederösterreich lehnt die angekündigte Lkw-Maut auf burgenländischen Landesstraßen ab. Die Sparte Industrie befürchtet zusätzliche Kosten für Betriebe, die bereits unter hohem Wettbewerbsdruck stehen.

Die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich übt scharfe Kritik an der geplanten Lkw-Maut auf Landesstraßen im Burgenland. Die Maßnahme würde Unternehmen zusätzlich belasten, die bereits mit hohen Kosten für Energie, Personal und Logistik sowie starkem internationalen Wettbewerbsdruck konfrontiert sind.

Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie, warnt vor den Folgen: „Eine zusätzliche Maut ist genau das Gegenteil von dem, was ein wettbewerbsfähiger Industriestandort jetzt braucht. Wir brauchen weniger Belastungen und nicht noch eine neue Kostenkeule. Wer glaubt, dass diese Maut am Ende nur die Transporteure trifft, verkennt die Realität der industriellen Wertschöpfung“, so Schwarzl.

Logistikkosten treffen produzierende Betriebe

Eine funktionierende und leistbare Logistik sei für die Industrie unverzichtbar. Rohstoffe und Vorprodukte müssten zu Produktionsstandorten gelangen, Komponenten zwischen Werken transportiert und fertige Produkte zu Kunden und internationalen Märkten gebracht werden. Jede zusätzliche Belastung des Güterverkehrs schlage daher früher oder später auf die Kosten der produzierenden Unternehmen durch.

Besonders betroffen seien niederösterreichische Industriebetriebe mit enger Verflechtung zum ungarischen Markt. Dies gelte nicht nur für Unternehmen, die ihre Produkte nach Ungarn exportieren, sondern auch für Betriebe mit Werken oder Produktionsstandorten in Ungarn, die auf grenzüberschreitende Transporte angewiesen sind.

Grenzüberschreitende Wertschöpfung gefährdet

„Die industrielle Realität hält sich nicht an Landesgrenzen. Niederösterreichische Unternehmen produzieren in mehreren Ländern, liefern nach Ungarn und beziehen von dort Vorprodukte. Wenn Transporte auf den Verbindungsachsen zusätzlich verteuert werden, trifft das unmittelbar unsere Betriebe – und damit letztlich auch ihre Wettbewerbsfähigkeit“, betont Schwarzl.

Gerade für exportorientierte Industriebetriebe sei es fahrlässig, die ohnehin hohen Standortkosten weiter zu erhöhen. „Eine Landesmaut, die Transporte verteuert und damit industrielle Wertschöpfung belastet, ist wirtschaftspolitisch schlicht der falsche Weg“, so der Spartenobmann. „Wir brauchen keine Maut, die immer höhere Kosten für Unternehmen und am Ende auch für die Konsumenten bringt. Wir brauchen Vernunft. Das Burgenland sollte die Finger von dieser zusätzlichen Belastung lassen, statt der Industrie und dem Wirtschaftsstandort eine weitere Rechnung zu schicken.“

Die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie dürfe nicht durch zusätzliche regionale Abgaben auf den Güterverkehr geschwächt werden. „Wenn wir Industriearbeitsplätze, Wertschöpfung und Investitionen in der Region halten wollen, dann müssen wir Transporte effizienter und nicht teurer machen. Eine zusätzliche Burgenland-Maut ist daher ein Schritt in die völlig falsche Richtung“, so Schwarzl abschließend.

Quelle: OTS

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