NÖ verlängert Ausbildung von Pflegekräften aus Vietnam

Das Land Niederösterreich setzt sein Projekt zur Ausbildung vietnamesischer Pflegekräfte fort. Bis 2032 sollen 110 weitere Studierende kommen, gab Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) bekannt. 69 Absolventen arbeiten bereits in Pflege- und Betreuungszentren.
Die Landesregierung von ÖVP und FPÖ beschloss am Dienstag die Fortsetzung des Pflegeprojekts mit Vietnam. In den kommenden Jahren sollen 110 potenzielle Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten nach Niederösterreich kommen. Das Land investiert dafür insgesamt rund drei Millionen Euro.
Aus dem ersten Durchgang sind bereits 69 ausgebildete Vietnamesen in den Einrichtungen der Landesgesundheitsagentur (LGA) tätig. Weitere 75 Personen befinden sich noch in Ausbildung, deren Abschlüsse im Februar, Mai und September 2027 erfolgen.
Schwerpunkte im Wald- und Weinviertel
Die vietnamesischen Kräfte kommen vor allem im Wald- und Weinviertel sowie in der Thermenregion zum Einsatz, erklärte LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam. Durch die zusätzlichen Mitarbeiter könnten bestehende Teams stabilisiert werden.
Das Projekt war 2023 gestartet. Die Teilnehmer absolvieren zunächst einen Deutsch-Lehrgang in ihrer Heimat, bevor sie am International Nursing Center in Krems ausgebildet werden. Dort kooperiert das Land mit der IMC Fachhochschule Krems.
Qualität vor Quantität
Teschl-Hofmeister betonte, dass Qualität vor Quantität gehe. Die Häuser sollten bei der Integration nicht überfordert werden. Das vietnamesische Personal sei „explizit nicht Verdrängung, sondern Unterstützung für die heimischen Pflegekräfte“. Weder Vergünstigung des Systems noch Ersatz von Arbeitskräften sei das Ziel.
Markus Golla, Institutsleiter Pflegewissenschaft am IMC, bekräftigte, dass es in der Ausbildung keine Abstriche im Vergleich zu heimischen Studierenden gebe. Gesucht seien „Menschen mit hohem empathischen Grad, die sich auch integrieren wollen“.
SPÖ übt scharfe Kritik
Widerstand kam von der SPÖ. Landesparteichef und Landesrat Sven Hergovich forderte, zunächst „vernünftige Bedingungen“ für bestehende oder angehende Pflegekräfte zu schaffen, „bevor wir Steuer-Millionen dafür ausgeben, Menschen vom anderen Ende der Welt anzuwerben“. Nötig seien bessere Bezahlung, verlässliche Dienstpläne, planbare Freizeit und gesündere Arbeitsbedingungen.
Teschl-Hofmeister entgegnete, dass auch in diesen Bereichen bereits Maßnahmen ergriffen worden seien.
Hergovich kritisierte zudem die FPÖ, die 2022 in der Landesregierung gegen das damalige Pilotprojekt gestimmt hatte, nun aber die Verlängerung mittrug. „Offenbar werden – kaum in Regierungsposition – alle Grundsätze über Bord geworfen“, so der SPÖ-Landesrat.
Quelle: APA
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