NÖ will 100.000 mehr Nächtigungen aus Osteuropa

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Niederösterreich richtet seinen Tourismus neu aus: Bis 2030 sollen 100.000 zusätzliche Nächtigungen aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Polen erreicht werden. Zudem sind 500 neue Gästebetten im Vier-Sterne-Segment geplant.

Das Land Niederösterreich hat am Dienstag seine "Tourismusstrategie 2030+" präsentiert. Im Zentrum steht die verstärkte Ausrichtung auf internationale Märkte und höhere Qualitätsstandards. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stellte die Pläne in St. Pölten vor und betonte, man wolle „mit Qualität Erlebnisse schaffen“.

Fokus auf östliche Nachbarländer

Die Niederösterreich Werbung soll künftig verstärkt in Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn aktiv werden. Derzeit verzeichnet das Bundesland aus diesen vier Ländern rund 688.000 Nächtigungen jährlich. Bis 2030 soll diese Zahl um 100.000 steigen. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl internationaler Gäste bereits um etwa 20 Prozent gewachsen, so Mikl-Leitner. Vermarktet werden sollen unter anderem Natur- und Aktivangebote sowie Weinreisen.

Ausbau im Vier-Sterne-Bereich

Von den insgesamt 81.650 Gästebetten in Niederösterreich fallen derzeit rund 15.750 in die Vier-Sterne-Kategorie. In den kommenden vier bis fünf Jahren sollen 500 weitere Betten in diesem Segment entstehen. Die Initiative "Selected Stays", die besondere Unterkünfte wie Chalets oder Schlösser bewirbt, werde sehr gut angenommen, erklärte die Landeshauptfrau.

Niederösterreich setze weiterhin auf Ausflugs-, Urlaubs-, Gesundheits- und Wirtschaftstourismus und positioniere sich damit als Ganzjahresdestination. In Urlaubsregionen wie dem Semmering- und Raxgebiet sowie in der Wachau sollen Projekte zur nachhaltigen öffentlichen Mobilität gefördert werden.

Digitalisierung und weniger Bürokratie

Um die Betriebe zu entlasten, sollen Gästemeldung, Taxenabrechnung und Tourismusstatistik digitalisiert werden. Ein Pilotprojekt startet 2028, die flächendeckende Einführung ist für 2029 vorgesehen. Ziel sei „weniger Zettelwirtschaft und mehr Zeit für die Gäste“, so Mikl-Leitner. Zusätzlich wird das Beteiligungsmodell der NÖBEG – NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH – von 30 auf 50 Prozent der förderbaren Investitionskosten ausgeweitet.

Wirtschaftskammer fordert Entlastungen

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), hob hervor, dass die neue Strategie Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Unternehmen in den Mittelpunkt stelle. „Die wirtschaftliche Situation ist für den Tourismus herausfordernd“, sagte er. Es brauche leistbare Energie, niedrigere Lohnnebenkosten und weniger Bürokratie. Zusätzliche Belastungen durch überzogene Vorgaben müssten künftig vermieden werden.

Rückgang bei Nächtigungen heuer

Von Jänner bis Ende August verzeichnete Niederösterreich heuer einen Rückgang um 2,0 Prozent bei den Nächtigungen, während österreichweit ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet wurde. Im Jahr 2025 gab es in Niederösterreich ein leichtes Minus um 0,3 Prozent auf 7,3 Millionen Nächtigungen und um 0,4 Prozent auf rund 3 Millionen Ankünfte. Bei ausländischen Urlaubern gab es ein Plus, bei inländischen ein Minus.

Die Rückgänge seien zu einem wesentlichen Teil auf vorübergehende Schließungen aufgrund von Investitionen in die Qualität und Modernisierung des touristischen Angebots zurückzuführen – etwa im Moorbad Harbach, hieß es auf Nachfrage.

Quelle: APA

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