NÖVOG-Techniker bauen Übungsanlage für Mariazellerbahn

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Bahnstromtechniker der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft haben in Kirchberg an der Pielach eine 50 Meter lange Trainingsanlage errichtet. Dort können sie künftig Arbeiten an der Oberleitung der Mariazellerbahn üben.

Die Mariazellerbahn verbindet seit 1911 St. Pölten mit Mariazell und zählt zu den ersten vollelektrifizierten Eisenbahnstrecken in Europa. Die Stromversorgung der eingleisigen Strecke stellt besondere Anforderungen an die Bahnstromtechniker. Um diese Herausforderungen besser bewältigen zu können, steht den Mitarbeitern der NÖVOG nun eine neu geschaffene Übungsanlage zur Verfügung.

Das Team hat die 50 Meter lange Anlage in Eigenregie entwickelt und aufgebaut. Sie umfasst zwei Gitter- und zwei Hebmasten sowie Spitzen-, Rück- und Fahrleitung. „Unsere Mariazellerbahn ist einfach einzigartig und ihr Betrieb erfordert umfassendes technisches Wissen“, erklärt Udo Landbauer, Verkehrslandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich. Die Anlage ermögliche es, alltägliche Arbeiten an der Oberleitung in sicherem Rahmen zu trainieren. So könne in Störungsfällen schnell reagiert und der Bahnbetrieb rasch wiederhergestellt werden.

Training ohne Sperrpausen möglich

Am Stützpunkt der Bahnstromtechnik in Kirchberg an der Pielach können die Techniker nun komplexe Arbeiten praktisch üben, ohne dass dafür Sperrpausen entlang der Strecke nötig sind. Dazu gehören das Maststeigen, Umbauarbeiten an der Fahrleitung oder das Entfernen umgestürzter Bäume. Auch Höhensicherungskurse finden direkt vor Ort statt. Für den Bau wurden ausschließlich Originalbauteile der Mariazellerbahn verwendet.

Vor jeder Nutzung der Anlage werden die Teilnehmer über Sicherheitsvorkehrungen informiert. Dazu zählen die Absturzsicherung, der Umgang mit Arbeitsmitteln sowie das richtige Verhalten bei Sturm und Gewitter. Die Grundsätze der Höhenarbeit werden dabei wiederholt.

Wissensweitergabe über Generationen

Die neue Anlage ermöglicht einen praxisorientierten Ausbildungsplan für Mitarbeiter der Bahnstromtechnik. „Neue Mitarbeiter werden von den erfahrenen Kollegen eingeschult, wodurch die Wissensweitergabe über Generationen noch einfacher möglich ist“, betonen die NÖVOG-Geschäftsführer Wolfgang Schroll und Michael Hasenöhrl. Es gebe bereits erste externe Interessenten, die ebenfalls realitätsnahe Störungssituationen in geschütztem Rahmen trainieren wollen. Die Geschäftsführer bedankten sich bei den Kollegen der Bahnstromtechnik für die erfolgreiche Umsetzung nach vielen Stunden der Planung.

Quelle: OTS

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