Nur 20 Prozent bleiben länger als fünf Jahre im Tourismus

Die Gewerkschaft vida hat die Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche scharf kritisiert. Nur ein Fünftel der Beschäftigten arbeite länger als fünf Jahre in Hotellerie und Gastronomie, erklärte Berend Tusch, Vorsitzender der Gewerkschaft im Burgenland, bei einem Pressegespräch in Eisenstadt, so der ORF.
Im Burgenland waren im Mai 2026 laut vida 7.649 Personen in Hotellerie und Gastronomie beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von 263 Beschäftigten im Vergleich zum Mai 2025.
Tausende Strafanträge nach Kontrollen
Berend Tusch verwies auf gravierende Missstände in der Branche. Zwischen 2020 und 2025 seien in Beherbergung und Gastronomie rund 22.000 Kontrollen durchgeführt worden. Daraus hätten sich fast 9.900 Strafanträge ergeben.
„Besonders auffällig ist, dass illegale Ausländerbeschäftigung, Verstöße gegen Sozialversicherungspflichten und Arbeitszeitbetrug an oberster Stelle stehen. Das heißt, es ist Lohnraub“, erklärte Tusch.
Forderungen an Wirtschaftskammer und Regierung
Trotz Rekordnächtigungen, steigender Umsätze und hoher Nachfrage würden die Beschäftigten nicht angemessen profitieren, kritisierte der Gewerkschafter. Der Tourismus zähle zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Österreichs und entwickle sich wirtschaftlich gut – das sei das Ergebnis der täglichen Arbeit Tausender Beschäftigter.
Die Gewerkschaft fordert von der Wirtschaftskammer Lohnerhöhungen über der Inflation, Sanktionen gegen Betriebe, die Überstunden nicht ausbezahlen, sowie Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung. Von der Bundesregierung verlangt vida ein strengeres Vorgehen gegen Schwarzarbeit und Lohndumping.
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