Obdachlose vor A1-Zentrale: Mitarbeiter berichten von Angst

Vor der A1 Telekom-Zentrale in Klagenfurt halten sich täglich Dutzende obdachlose Menschen auf. Betriebsrat Harald Valent spricht von Alkoholkonsum, Drogengebrauch und Gewalt. Mitarbeiterinnen fürchten sich abends, das Gebäude zu verlassen, so der ORF.
Der Betriebsrat der A1 Telekom Kärnten, Harald Valent, hat sich wegen der Situation vor dem Firmengelände an den ORF gewandt. Gespräche mit der Stadt hätten keine Verbesserung gebracht. Täglich würden 30 bis 50 obdachlose Menschen direkt vor dem Gebäude und auf dem Gelände anzutreffen sein.
Valent beschreibt die Lage als belastend: Die Personen seien oft stark alkoholisiert, würden Drogen konsumieren und ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichten – „hinter den Autos, auf den Autos“. Zudem komme es regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Menschen.
Mitarbeiterinnen verlassen Firma ungern nach Einbruch der Dunkelheit
Besonders die weiblichen Beschäftigten hätten Angst, abends das Firmengebäude zu verlassen. Valent steht seit einem halben Jahr mit der Stadt Klagenfurt in Kontakt. Diese habe zwar angekündigt, mehr Sozialarbeiter und Streetworker einzusetzen, doch davon sei nichts zu bemerken.
Caritas: Alkoholverbote verdrängen Menschen
Die Caritas betreibt in der Nähe das Wohnungslosenhaus Eggerheim und führt ebenfalls Gespräche mit der Stadt. Katrin Starc, Fachbereichsleiterin der Wohnungslosenhilfe, wollte den Stand der Verhandlungen nicht kommentieren. Sie erklärte jedoch, dass es normal sei, wenn Menschen in ähnlichen Lebenslagen zusammenkämen. Die Konzentration vor dem Eggerheim entstehe auch, weil an anderen öffentlichen Orten wie Parks Alkoholverbote herrschten und bestraft würden.
Bürgermeister will Lösungskonzept erarbeiten
Aus dem Büro von Bürgermeister Christian Scheider heißt es, kommende Woche solle mit allen beteiligten Stellen ein Lösungskonzept entwickelt werden. Gleichzeitig fordert Scheider, dass das Land mehr Verantwortung übernehme – vor allem finanziell, wie es in anderen Bundesländern bereits üblich sei.
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