Obdachlosigkeit in Salzburg auf Rekordniveau

In Salzburg erreicht die Zahl der obdachlosen Menschen den zweiten historischen Höchstwert in Folge. Das Forum Wohnungslosenhilfe warnt vor einer hohen Dunkelziffer bei unsicheren Wohnsituationen, so der ORF.
Sozialarbeiter Peter Linhuber präsentierte am Donnerstagabend die Ergebnisse der jährlichen Erhebung. Demnach bleibt die Wohnungsnot in Salzburg auf hohem Niveau, die Obdachlosigkeit verzeichnet bereits das zweite Jahr hintereinander einen historischen Höchstwert.
Besonders bei Frauen, Kindern und Jugendlichen sei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen, erklärte Linhuber. Versteckte Wohnungsnot lasse sich in Erhebungen nur schwer erfassen. Das Forum Wohnungslosenhilfe Salzburg, zu dem Organisationen wie Caritas, Diakonie, VinziDach, Soziale Arbeit GmbH, Frauentreffpunkt und die Kinder- und Jugendanwaltschaft gehören, erhebt die Daten seit 1995 jedes Jahr im Oktober in der Stadt Salzburg. Seit 2016 wird auch das gesamte Bundesland erfasst.
Wohnkosten sollen maximal ein Drittel des Einkommens betragen
Petra Geschwendtner von der Soziale Arbeit GmbH betonte, dass Wohnungslosigkeit kein unabwendbares Schicksal sei. Häufig handle es sich um ein strukturelles Problem. Das Forum hat daher ein Grundsatzpapier erarbeitet, das Maßnahmen zur Verhinderung von Wohnungsnot in den Mittelpunkt stellt.
Ein sicheres Zuhause bilde die Grundlage für alles weitere, so Geschwendtner. Ungesichertes Wohnen erhöhe das Risiko für Krankheiten, psychische Probleme und Gewalt. Die Sozialeinrichtungen verlangen daher leistbaren Wohnraum. Die Wohnkosten sollten nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens ausmachen. Auf dem privaten Wohnungsmarkt in Salzburg sei man von diesem Ziel weit entfernt, so der Tenor der Vertreter.
Die Organisationen fordern von der Politik langfristige Planungen für ausreichend leistbaren Wohnraum. Dies sei auch volkswirtschaftlich sinnvoller, betonte Torsten Bichler von der Caritas Salzburg. Viele Menschen benötigten lediglich eine Wohnung und etwas Starthilfe. Wenn Wohnungslosigkeit chronisch werde, würden die Probleme deutlich größer und damit kostspieliger.
Das Forum fordert deshalb ein Umdenken: Die leistbare Wohnung dürfe nicht als Ziel betrachtet werden, sondern müsse als Basis für alle weiteren Schritte verstanden werden.
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