Oberleithner übernimmt Strömungsmechanik-Institut an JKU

Mona HopfingerMona Hopfinger
Wasserstoff-Forschung JKU: Turbine und Flamme mit H2-Symbolen vor Wellenmuster
© Mit KI (Gemini) generiert

An der Johannes Kepler Universität Linz leitet seit Oktober ein neuer Professor das Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung. Kilian Oberleithner kommt von der TU Berlin und forscht zu Instabilitäten in Strömungen.

Seit Oktober 2026 hat Univ.-Prof. Dr.-Ing. Kilian Oberleithner die Leitung des Instituts für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung an der Johannes Kepler Universität Linz inne. Der Wissenschaftler verstärkt den Fachbereich Mechatronik und bringt umfangreiche Expertise in experimenteller und numerischer Strömungsmechanik mit. Zuletzt war er an der Technischen Universität Berlin tätig, wo er seit 2018 eine eigene Forschungsgruppe leitete.

Forschung zu Wirbeln, Wellen und Schwingungen

Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, unter welchen Bedingungen Strömungen instabil werden und wie sich daraus Wirbel, Wellen oder Schwingungen bilden. Solche Phänomene erklären etwa das Wummern bei geöffnetem Autofenster, Wellenmuster hinter Flugzeugen oder plötzliche Vibrationen in Kraftwerksturbinen. Oberleithner entwickelt Methoden, um diese Prozesse vorherzusagen und zu steuern.

Relevanz für Energiewende und Wasserstoff

Besondere Bedeutung hat die Forschung für die Energiewende. Wasserkraftwerke müssen heute flexibler arbeiten, um Schwankungen bei Wind- und Solarenergie auszugleichen – dabei können Strömungsinstabilitäten die Turbinen belasten und deren Lebensdauer reduzieren. Auch die Wasserstoffverbrennung, die künftig eine zentrale Rolle in klimafreundlicher Energieversorgung spielen könnte, stellt neue Anforderungen: Wasserstoffflammen verhalten sich anders als Erdgasflammen und erfordern angepasste Sicherheits- und Stabilitätskonzepte.

Um solche Herausforderungen zu meistern, verbindet Oberleithner physikalische Modelle mit datengetriebenen Ansätzen. Komplexe Strömungsphänomene sollen so besser verstanden und für technische Anwendungen nutzbar gemacht werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Linz

An der JKU will der Forscher seine Ansätze gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen weiterentwickeln und auf neue Fragestellungen anwenden. Besonders die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie am Standort Linz seien für ihn attraktiv.

„Linz bietet mit seiner starken Forschungslandschaft und innovativen Industrie ein hervorragendes Umfeld, um grundlegende wissenschaftliche Fragen mit konkreten technischen Herausforderungen zu verbinden. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen Ideen zu entwickeln, unsere unterschiedlichen Kompetenzen zusammenzubringen und neue Forschungsrichtungen zu erschließen.“

Neustart mit Familie in Oberösterreich

Privat bedeutet der Wechsel ebenfalls einen Neuanfang. Gemeinsam mit seiner Frau und vier Kindern ist Oberleithner nach Linz übersiedelt. Geboren in Innsbruck, aber in Deutschland aufgewachsen, ist der Umzug für ihn zugleich Rückkehr zu seinen österreichischen Wurzeln und Aufbruch in ein neues Umfeld.

„Für uns als Familie beginnt hier ein ganz neues Kapitel. Besonders gefreut hat mich, wie offen und herzlich wir bisher in Linz aufgenommen wurden. Als begeisterter Natur- und Bergliebhaber freue ich mich auf viele schöne Erlebnisse in Oberösterreich, aber auch darauf, das vielfältige Kulturangebot der Stadt zu entdecken.“

Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/neue-professorinnen-stellen-sich-vor

Worüber spricht Linz morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.