OECD sieht Klagenfurt als Innovations-Hub mit Potenzial

Eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bescheinigt der Kärntner Landeshauptstadt erhebliches Entwicklungspotenzial als Standort für grüne Technologien und hochqualifizierte Arbeitskräfte.
Die OECD hat die Ergebnisse ihrer Untersuchung „Unlocking the potential of intermediary cities for regional development in Klagenfurt, Austria“ veröffentlicht. Die seit Sommer 2025 durchgeführte „Fact Finding Mission“ ordnet Klagenfurt als „self-contained employment hub“ unter den intermediären Städten ein.
Laut Analyse verfügt die Stadt über beträchtliches Entwicklungspotenzial, das über ihre etablierte Position im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie hinausgeht. Besonders der Aufbau wachstumsstarker grüner Industriecluster und die Ansiedlung nachhaltigkeitsorientierter Unternehmen werden als Chancen genannt.
Lakeside Park und Universität als Stärken
Die Studie hebt vorhandene Stärken hervor: der Lakeside Science & Technology Park, die Universität Klagenfurt und die hohe Lebensqualität am Wörthersee. Diese Kombination aus Innovationsinfrastruktur, wissenschaftlichem Know-how und attraktivem Naturraum schaffe gute Voraussetzungen für eine Profilierung als eigenständiger Standort mit umweltbezogener Führungsrolle.
Zu den zentralen Empfehlungen zählt, Klagenfurt gezielt für hochqualifizierte Fachkräfte attraktiver zu gestalten. Die verbesserten Verbindungen durch die Fertigstellung der Koralmbahn werden als Chance gesehen, mobile und gut ausgebildete Arbeitskräfte mit hoher Lebensqualität und vergleichsweise leistbaren Wohn- und Lebensbedingungen anzuziehen. Davon erwartet die OECD positive Impulse für Beschäftigung und wirtschaftliche Dynamik.
Regionale Kooperation im Kärntner Zentralraum
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der intermediären Rolle als regionaler Verbindungspunkt, insbesondere in Kooperation im Kärntner Zentralraum. Die OECD empfiehlt, Räume und Angebote zu schaffen, die sowohl einer alternden Bevölkerung als auch Gästen über alle Jahreszeiten hinweg gerecht werden. So könne die Stadt ihre Funktion als regionaler Knoten ausbauen und sich von anderen größeren Städten differenzieren.
Die Studie verweist zudem auf die engen finanziellen Spielräume der Stadt und schlägt vor, Investitionen über unterschiedliche Finanzierungsquellen abzusichern. Ziel sei es, die volle Wirkung der Entwicklungsstrategie zu entfalten, ohne die kommunalen Budgets zu überlasten.
Politische Reaktionen
Bürgermeister Christian Scheider zeigte sich erfreut über die internationale Anerkennung der Stärken Klagenfurts. Die Empfehlungen seien Bestätigung und Auftrag zugleich, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und gezielt in Innovation, nachhaltige Entwicklung und die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte zu investieren.
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, zuständig für Stadtplanung und Wissenschaft, sieht die Ergebnisse als klaren Handlungsauftrag. Das Ziel sei es, aus dem Know-how an der Universität und im Lakeside Park konkrete Wertschöpfung für die gesamte Bevölkerung zu generieren.
Vizebürgermeister Patrick Jonke, Referent für Klima- und Umweltschutz, betonte das Potenzial zur grünen Vorreiterstadt. Durch den gezielten Aufbau nachhaltiger Industriecluster und starke Kooperation im Kärntner Zentralraum könne die Landeshauptstadt fit für die Zukunft gemacht werden.
Wirtschaftsreferent Stadtrat Julian Geier forderte, Innovation, Forschung und Wirtschaft noch stärker zu vernetzen. Es brauche schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie und gezielte Investitionen, um aus Potenzial nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu machen.
Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick
- Aufbau grüner, wissensintensiver Industriecluster mit Fokus auf Umweltforschung und nachhaltige Wertschöpfung
- Stärkere Nutzung bestehender Assets wie Lakeside Science & Technology Park, Universität Klagenfurt und die natürliche Standortqualität rund um den Wörthersee
- Gezielte Anwerbung hochqualifizierter Fachkräfte, auch durch bessere Erreichbarkeit durch die Koralmbahn
- Entwicklung von Angeboten für ältere Bevölkerungsgruppen und Ganzjahrestourismus zur Stärkung der regionalen Versorgungs- und Verbindungsfunktion
- Ausbau der Kooperation im Kärntner Zentralraum und stärkere Positionierung als regionaler Knotenpunkt
- Forcierung nationaler und internationaler Finanzierungsquellen angesichts begrenzter kommunaler Budgets
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