ÖFB-Legenden erwarten Heimsieg gegen Israel

Andreas Herzog und Willi Ruttensteiner verfolgen das Nations-League-Spiel Österreich gegen Israel am Donnerstag in Linz mit besonderem Interesse. Beide waren als israelische Teamchefs erfolgreich gegen Österreich, rechnen diesmal aber mit einem Sieg der ÖFB-Auswahl, so der ORF.
Das Nations-League-Spiel zwischen Österreich und Israel am Donnerstag in Linz (20.45 Uhr, live ORF 1) wird von zwei ehemaligen ÖFB-Funktionären mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Andreas Herzog und Willi Ruttensteiner waren beide jahrelang für den ÖFB im Einsatz, bevor sie als Teamchefs Israels tätig waren und in dieser Rolle Siege gegen die österreichische Nationalmannschaft einfuhren.
Umbruch im österreichischen Kader
Ruttensteiner sieht die ÖFB-Auswahl klar in der Favoritenrolle, weist aber auf bedeutende Veränderungen hin. Die Österreicher verfügten über eine international enorm erfahrene Mannschaft, doch es gebe den Beginn eines Umbruchs. Es werde spannend zu beobachten sein, wie sich die Entwicklung gestalte, wenn langjährige Führungsspieler fehlten, erklärte er gegenüber der APA.
Herzog teilt diese Einschätzung. David Alaba, Marko Arnautovic und Marcel Sabitzer hätten das Nationalteam in den vergangenen zehn Jahren geprägt. Nun müssten andere Spieler in die Bresche springen. In der Defensive sei die Mannschaft von Ralf Rangnick weiterhin gut aufgestellt, im Angriff könne man froh sein, dass Sasa Kalajdzic wieder beim LASK sei und Michael Gregoritsch treffe.
Fehler in der Ausbildung bemerkbar
Im Offensivbereich würden sich nun laut Herzog Versäumnisse der Vergangenheit zeigen. In der Ausbildung sei in den vergangenen Jahren zu viel Wert auf das Spiel gegen den Ball gelegt worden. Rangnick, ÖFB-Nachwuchstrainer und Klubtrainer seien gefordert, so der 58-Jährige – Spieler wie Alaba oder Arnautovic, „Jahrhunderttalente", sehe er derzeit nicht.
Herzog, mit 103 Länderspielen die Nummer drei in der ÖFB-Bestenliste, warnt vor einem schleichenden Rückfall. Man habe zuletzt bei der Nationalmannschaft immer das Gefühl gehabt, jeden Gegner schlagen zu können. Dieses Gefühl dürfe man nicht verlieren, sonst sei man wieder im Durchschnitt.
Gute Chancen gegen auswärtsschwache Israelis
Die Chancen für einen Heimsieg gegen Israel stehen laut Herzog gut. Die Israelis seien in Heimspielen deutlich selbstbewusster und stärker als auswärts, meinte der ehemalige ÖFB-U21-Teamchef, der von 2018 bis 2020 als israelischer Teamchef arbeitete. In diese Zeit fiel Israels 4:2-Sieg gegen Österreich am 24. März 2019 in der EM-Qualifikation in Haifa.
Ruttensteiner war damals als israelischer Sportdirektor tätig. Eineinhalb Jahre später führte der Oberösterreicher die Israelis als Teamchef erneut in Haifa zu einem 5:2-Erfolg gegen Österreich in der WM-Qualifikation. Eran Zahavi schoss in diesen beiden Partien fünf Tore, ist aber ebenso nicht mehr dabei wie der Ex-Salzburger Munas Dabbur.
Qualität in der israelischen Offensive
Trotzdem ist Israel in der Offensive gut besetzt, etwa mit dem früheren Salzburg- und nunmehrigen Ajax-Profi Oscar Gloukh, Manor Solomon von West Ham United oder Ex-WAC-Stürmer Tai Baribo. Diese Spieler hätten richtig Qualität, warnte Herzog.
Israel schaffte es bisher nur zu einer großen Endrunde, der WM 1970. Die Sehnsucht nach einer Turnielteilnahme sei riesig, berichtete Herzog. In Europa sei es aber schwierig, würden sie in Asien mitspielen, wären sie bei der letzten WM hundertprozentig dabei gewesen.
Die politische Situation macht dies unmöglich – ebenso wie die Austragung von Heimspielen in Israel, zumindest in den kommenden Monaten. Das „Rückspiel“ in der Nations League gegen Österreich findet deshalb am 17. November im ungarischen Debrecen statt. Das sei ein großer Nachteil für Israel, betonte Ruttensteiner, der mittlerweile für den Weltverband als Projektleiter im FIFA Talent Coach Programme tätig ist.
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